Freitag, 29. August 2008

Jan Frodeno ist nicht die beste Pizza der Welt

Endlich wieder Olympiade! Der Saarländer ist ja immer sehr stolz auf seine eignen Athleten - naja, ehrlich gesagt, mir ist es wurscht, aber ich glaube doch, schon mal einen eignen Saarlandmedaillenspiegel in der Zeitung gesehen zu haben, bzw. hier würde das in der Saarbrücker Zeitung Saar-Medaillenspiegel heißen. In Québec zumindest wird das so gemacht.

Und in der SZ (die Saarbrücker Zeitung versucht, diese Abkürzung auch für sich zu etablieren, um dadurch ein wenig den Ruf zu ergaunern, eine lesenswerte Tageszeitschrift, pardon: Saar-Tageszeitschrift zu sein. Davon kann aber überhaupt keine Rede sein, die Saarbrücker Zeitung ist von allen Regionalen Tageszeitungen die schlechteste, die ich je las.) , also in der Süddeutschen hat Jan Frodeno behauptet (er hat es vermutlich auch wo anders behauptet, aber nur die Süddeutsche zitiert in damit), er gehe sehr gerne in das Restaurant da Pepe (bis hierhin ist alles korrekt), und da gebe es die beste Pizza der Welt.

Na, da müssen wir aber doch widersprechen. Dort gibt es noch nicht einmal die beste Saar-Pizza, geschweige denn Welt-Pizza. Es gibt dort die zweitbeste Saar-Pizza, die beste gibt es bei Pizza per Tutti (kostenlose Werbung, here we go).

Bei da Pepe gibt es allerdings den lautesten Saar-Pizzabäcker (Pepe), der aber irgendwie nie in der Küche zu sitzen scheint. Er sitzt nur vor dem Restaurant und sieht zu, dass er dabei beobachtet wird, dass alle sehen, wie er mit jedem sein Schwätzchen brüllt. Italiener eben, immer gut gelaunt, immer lustig, immer nervig. Scheint zu funktionieren.

Wir nun mögen ihn nicht, seit er so laut bellte, dass unsere Tochter Angst vor ihm hatte. Aber immerhin ist er ein Original und lässt gut kochen. Sein Laden brummt auf jeden Fall, auch weil man dort schön wichtig sitzen kann, von allen gesehen wird und die eignen Kinder derweil auf dem Spielplatz gehen können und die Eltern von Kindern, deren Eltern mit ihnen tatsächlich spielen, nerven können, weil sie (die Kinder) ja auch mal ein bißchen Aufmerksamkeit haben möchten, wenn schon nicht von den eigenen Eltern.

Oh, das klang jetzt ein wenig negativ. Das war nicht beabsichtigt. Es sollte sehr negativ klingen.

Direkt gegenüber liegt übrigens das Haus, in dem es jüngst brannte, was wieder einmal klar macht, dass hier die im Viertel die Hütte brennt.

Und Pepe erklärt, das ist eigentlich ganz lustig, auf seiner Tafel, was er gerade für gut ("é Rock"), oder doof ("no é Rock"). In dem Fall ist natürlich Jan Frodeno Rock, und E.P.O. keiner. Mit E.P.O. ist nach einigem Nachdenken vermutlich Erythropoetin gemeint. Das ist natürlich richtig, das ist schon wieder alt. Richtig geil ist Gendoping, das Zeug sorgt dafür, dass die natürlichen Wachstumshemmer ausgesetzt werden. Das nimmt vermutlich Michael Phelps.

Und welche Sprache könnte denn "cé" sein? Esperanto? Volapük?

Donnerstag, 21. August 2008

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt ...

(Juhu! Endlich wieder!) (Eigentlich ist das ja meine Lieblingskategorie. Aber man kommt ja zu nix.)

Die einen sind Behalter. Die anderen sind Wegwerfer. Nie wird das deutlicher, wenn man zusammen wohnt und nicht genug Platz hat, oder umzieht. Der eine will all die schönen Erinnerungen aufheben, und diesen alten Schuhkarton, den ich damals nach meiner Zwischenprüfung in Altorientalistik aus dem Altpapiercontainer gefischt habe, könnte ja vielleicht ja doch noch jemand gebrauchen, vielleicht kann man den ja irgendeiner Einrichtung spenden ...

(Eigentlich kommt in diesem Satz zu oft "alt" vor, das lasse ich mir gewöhnlich nicht durchgehen. Weil es aber nicht nur zwei- sondern dreimal vorkommt, ist es vielleicht auch wieder gut. Ich glaub, ich warte, ob jemand einen Kommentar dazu hinterlässt, weil das eh nie jemand macht, wird es also schon okay sein).


Ja, und die anderen wollen Ballast abwerfen.

(Oh, und eigentlich Punkt vor der Klammer.)

(Sieht aber komisch aus).


Ballast abwerfen, weil sie eigentlich - tief in ihrem Inneren - ja doch Behalter sind und sich disziplinieren müssen, damit sie nicht untergehen in dem ganzen Quatsch, sondern eher so zenmäßig im Hier und Jetzt leben und ihr Herz nicht an Dinge hängen. Klappt auch ganz gut.

Deswegen werfen wir auch die alten CD-Ständer weg, weil CD-Ständer sich eigentlich überholt haben und der Flohmarktartikel schlechthin sind. Nur dass keiner die braucht.

Dienstag, 12. August 2008

Finde den Experten

heute: Englisch

Häufig muss ich auf der Arbeit Übersetzungen einpflegen und ich frage mich dann oft: Ist das jetzt gescheites Englisch? Oder nicht? Schließlich bin ich ja auch kein Muttersprachler, also schon, aber eben keiner des Englischen, denke aber immer, ich kann das ganz gut.

Nun habe ich endlich was gefunden, was ich auch immer falsch mache, zumindest weiß ich aber, dass ich es falsch mache und mache es zu oft statt zu wenig, nämlich: Extremeoftverwending of the continuous form. Der Fehler, den andere machen, ist natürlich Nieverwending of the continuous form.

Die continuous form hat jeder in den ersten 12 Lektionen behandelt und danach wieder vergessen und geht so: I am typing.

Stimmt auch gerade, weil ich gerade dabei bin und das über einen längeren Zeitraum tue. Oder so. "I type" wäre auf jeden Fall falsch. Die genauen Regeln kenne ich nicht und sowieso machen das nur Muttersprachler richtig. Ein Englischprofessor erzählte mir mal, er habe einen Unfall in England gehabt. Der Polizist fragte ihn nach dem Ablauf und er begann: "I drove ..." - "No, no, you were driving." (Gut. vielleicht sollte ich erwähnen, dass er das nicht nur mir erzählte, sondern den anderen 76 Studenten im Zimmer auch.)

Nichtenglischmuttersprachler sind sich dessen aber meist nicht bewusst und übersetzen alles mit der Normalform. Daher ...

... erkennt man einen ganz schlecht übersetzten englischen Text daran,
dass kein einziges Mal -ing drin steht.

Und ich hab schon 6 Kartons gepackt.

Montag, 11. August 2008

Umzug

Wir werden ja bald umziehen. Bald heißt in nächster Zeit und ist ein sehr schönes Wort, das Menschen ohne Sprachgefühl, die wichtig tun wollen, immer öfter durch zeitnah ersetzen. Das nervt und ist der seltene Fall eines neuen blöden Ausdrucks, der nicht aus dem Englischen erfunden wurde.

Dabei ist zeitnah nicht völlig überflüssig - es ist nützlich, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas zeitlich nah (ach) ist, ohne dabei dabei die Richtung (vorher oder nachher) einschränken zu wollen. Wenn etwas also ungefähr zur selben Zeit stattfindet, dann ist findet es zeitnah statt. Wenn etwas kurz danach, findet es kurz danach statt. Bitte merken Sie sich dass, wenn Sie nicht bescheuert klingen möchten.

Ach ja, wir ziehen übrigens auch raumnah um, bzw. eher raumbald.

Mittwoch, 6. August 2008

Zeig doch mal die Bülder ...

Also, wir waren ja in Urlaub. Das ist gut, weil man da viel im Wagen liegen und schlafen kann.Oder man kann tolle Sandkasten am Strand bauen, auch wenn die Tante noch nicht so genau weiß, wie das geht. Da hinten ist Mama gerade kalt.
Oder man kann Pommes essen und sauer sein, dass man photographiert wird. Und die Haare kann man auch geschnitten bekommen.
Und wenn man noch nichts essen darf, aber so gern möchte und sich immer den Kopf verdreht, weil alle immer sich Sachen in den Mund stecken, kann man herzhaft auf Papas Daumen kauen.Nur Bilder drehen kann man nicht.

Dienstag, 5. August 2008

Regel 423: Computerprogramme / Internetdienste

Ich habe schon lange die Idee für eine lose Serie folgenden Inhalts: Manchmal ist es ganz einfach, zu wissen, ob etwas oder jemand gut ist oder nicht, selbst wenn man selber keine Ahnung von dem Fachgebiet hat. Denn es gibt meistens ein Kriterium, das der/die/das entweder erfüllt, weil er/sie/es es ernst meint oder sich schon lange damit beschäftigt, oder eben nicht. Das ist immer etwas eigentlich nebensächliches, und man kann dann noch nicht sagen, ob er/sie/es richtig gut oder nur gut ist. Aber es reicht eigentlich immer dafür zu sagen: wenn er/sie/es das nicht macht/kann, kannst du es gleich vergessen. Heute:

Du weißt, dass der Internetdienst nix taugt, wenn du
(a) die Datenschutzbestimmungen oder (b) die Kündigungsmöglichkeit
nicht finden kannst.

Wenn ich da drüber nachdenke, ist das eigentlich eine Regel.