Dienstag, 20. Dezember 2011

Regeln für den Krankenhausaufenthalt


Halten Sie sich an die männlichen Pfleger.

Wie weibliche Rugbyspieler machen diese das, was sie tun, aus voller Absicht und tiefster Überzeugung. Ein Mann in einem anstrengenden, schlecht bezahlten pflegenden Beruf hat diesen nicht aus Verlegenheit gewählt, und kümmert sich der Erfahrung der Tante nach zuverlässig gut.
Das soll nicht heißen, dass es nicht auch viele hervorragende weibliche Pflegerinnen gebe; aber eben auch unhervorragende. Ähnliches gilt für männliche Grundschullehrer und Kindergärtner, aber nicht für die besser bezahlten Berufe. (Einen weiblichen Rugbyspieler braucht man wohl eher seltener.)

Nehmen sie Ihre „weichen“ Medikamente mit und erzählen Sie nichts davon.

Sie brauchen ab und zu Baldrianpillen zum Einschlafen? Stecken Sie sie ein, wenn Sie nicht erst wollen, dass die Nachtschwester nach drei Minuten kommt, die gesamte Deckenbeleuchtung anmacht und alle Nachbarn weckt, und dann noch überlegt, ob sie Ihnen was geben darf. Ähnliches gilt für die Pflanzendragees, die den Harndrang mindern, und Paracetamol (nicht für Schmerzmittel, die Komplikationen hervorrufen könnten). (Wenn Sie einmal um vier Uhr morgens mit der Nachtwache diskutieren, ob Sie noch eine Paracetamol einwerfen dürfen, wären Sie für den Beistand einer Rugbyspielerin ganz dankbar – aber jetzt haben wir die ja leichtfertigerweise schon nach Hause geschickt.)

Nehmen Sie Schlafmaske und Ohrenstöpsel mit

Die Rugbyspielerin im Nachbarbett wurde möglicherweise an den Polypen operiert und kriegt nachts gaaaanz schlecht Luft und ist deswegen auch gaaaanz schlecht gelaunt. Und Sie möchten nicht nachts um zwei mit Rugbyspielerinnen diskutieren. (Ähnliches gilt natürlich für nachts um drei und um vier.)

Machen Sie die Raucher mit den Gipsbeinen ausfindig, wenn Sie wissen wollen, wo man gut nach draußen kommt.

Die kennen die Dachterrasse und die Abkürzung zum Park. Da treffen sich alle und erzählen sich die Geschichte, wie Ihnen von einer Rugbyspielerin ein Bein gebrochen hat und sind gesellig. Sie müssen nicht mit denen reden, können aber.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Nachrichten

Kann man gut mit töten: Leopard 2

Berlin (dpa) Anlässlich der Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts veröffentlichte das Bundesaußenministerium eine Umfrage über die Zufriedenheit der Endkonsumenten. Diese ist erneut gestiegen. "Unter den Befragten Hinterbliebenen von Massenschießereien in verschiedenen arabischen Staaten ist die Produktzufriedenheit auf einen Spitzenwert gestiegen", so ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Die Befragten hätten immer wieder betont, dass es für sie ein großer Trost sei, dass ihre Angehörigen mit deutscher Spitzentechnologie niedergeschossen wurden und nicht mit irgendwelcher minderwertigen Ware. "Darauf können wir zu Recht stolz sein", so der Sprecher weiter.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen freuen sich auf Weihnachten, weil Weihnachten schön ist. Für sie ist der Advent die Zeit, die sie mit Warten verbringen. Das Warten verschönern sie sich mit Plätzchen backen, Kerzen anzünden, Lieder singen, Basteln, Adventskalender öffnen und so was.

Weihnachtsbastelei
Die anderen finden die Adventszeit anstrengend, weil sie da Geschenke besorgen müssen, Adventskalender füllen müssen, Nikolausstiefel füllen müssen, Plätzchen backen müssen, es gemütlich machen müssen. Bei ihnen ist es also genau umgekehrt: Für sie ist Weihnachten schön, weil dann endlich der Advent vorbei ist.

Freitag, 2. Dezember 2011

Musik am Freitag: aGFE

Alle, die keine Mandeln mehr haben,
müssen Männer mit Bärten sein.
Tante Jensen und Klaas und Pitt,
die haben Bärte, die haben Bärte
Tante Jensen und Klaas und Pitt,
die haben Bärte, die fahren mit.

(Weil das Rasieren nämlich weh tut.)



Alle anderen Versionen haben nicht das "Hou hou hou hou", in dem allein unsere Lieblingsakkorde vorkommen. Dafür abern authentischéren Åkzent, néch. Mehr zu Mandelentfernungen (wir Insider sagen ja einfach "TE" für "Tonsillektomie") dann nächste Woche.

Mittwoch, 23. November 2011

Schenken Sie Ihren Kindern Spielzeugpistolen

Warum? Weil sie es brauchen. Die Tante spricht aus Erfahrung - sie hat selbst immer mit Pistolen gespielt und im Herbst aus Kastanien keine Männchen gebastelt ("laaaangweilig!"), sondern die als Panzer und Haubitzen (die Esskastanien, mit der Spitze vorne) zu Schlachten aufgefahren. Wir hatten auch eine Märklin-Eisenbahn, die wir hauptsächlich dazu nutzten, Plastikspielzeugsoldaten auflaufen zu lassen. Und trotzdem haben alle, mit denen ich so was gespielt habe, selbstverständlich Zivildienst gemacht (oder mussten erst gar nicht). Es ging nämlich überhaupt nie darum, dass man damit anderen weh tun konnte. Das war ein hingenommener, unangenehmer Nebeneffekt.

Spielzeugwaffen sind nicht faszinierend, weil man damit anderen weh tun kann. Man kann damit seine eigene Schwäche kompensieren. Man muss nur ein bisschen den Finger krümmen, und schon passiert 30 m weiter etwas.


Jungs machen, wenn sie mit Waffen spielen, darum nichts anderes, als Mädchen, die Prinzessin spielen: Sie verarbeiten, dass sie schwach und verletzlich sind und nichts zu sagen haben, und stellen sich eine Welt vor, in der sie etwas bewirken können.

Nur ist für Prinzessinnen die Welt schon auf (Achtung: Wortspiel) märchenhafte (gut, gell?) Weise so eingerichtet, dass sie sowieso die Chefinnen sind. Jungs reicht das anscheinend nicht. Darum: Schenken Sie Ihren Kindern zu Weihnachten Spielzeugwaffen. Sie brauchen das.


(Die Töchter übrigens auch, damit die sich wehren können.)

Donnerstag, 17. November 2011

Deutschland stuft Rating für Moody's herab

Berlin (pda) Nach der gestrigen Herabstufung von zehn deutschen Landesbanken reagierte die Berliner Politik umgehend. "Wir müssen jetzt endlich etwas tun, um die Macht der Ratingagenturen zu brechen", so CSU-Chef Horst Seehofer. "Ab heute wird zurückgeratet". In einem ersten Schritt hat die Bundesregierung angekündigt, die New Yorker Agentur Moody's um eine Stufe herabzusetzen.

Probleme gibt es allerdings noch bei der Umsetzung. "Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind noch nicht festgezurrt", so Wirtschaftsminister Philip Rösler (FDP). Im Moment herrscht in der Koalition noch Uneinigkeit darüber, was so ein Rating überhaupt ist. Sicher ist nur, dass die Durchführung auf jeden Fall die Zustimmung des Bundestages brauche. "So etwas darf nicht einfach so am Kabinettstisch durchgewunken werden", so ein Abgeordneter der CDU. "Wofür wären wir denn sonst noch da?"

Unklar scheint auch, welche Note Moody's in Deutschland aktuell hat. Die Parteichefin der Grünen, Claudia Roth, ist schon jetzt empört. "Seit Jahren redet die Regierung davon, die Macht der Ratingagenturen zu brechen. Jetzt endlich wollen sie das umsetzen, was wir schon seit langem fordern. Und dann wissen sie nicht, wie es gehen soll. Das ist ein Armutszeugnis für diese Regierung."

Auch Frank-Walter Steinmeier (Fraktionsvorsitzender der SPD) kritisierte die Untätigkeit der Regierung und betonte von neuem seine Bereitschaft, den "ganzen Laden zu übernehmen". Auf Spekulationen, wo Deutschland seine Ratings aufbewahrt, wollte er sich nicht einlassen. Wie viele andere Politiker und Fachleute forderte aber auch er "die längst überfällige Zusammenfassung aller deutschen Ratings in einer zentralen Datei."

Freitag, 11. November 2011

keine Musik am Freitag

Na super, da sitzt man am Klavier, und das Aufnehmen klappt ohne allzu schlimmes Verspielen, auch das Übertragen auf den Rechner klappt, aber wer streikt? myspace. Interessant auch, dass man bei Blogger zwar ohne weiteres Videos hochladen kann, Musik aber nüscht.

Und jetzt hab ich keine Zeit mehr, ich muss nämlich schnell noch das neue ZEIT Sonderheft kaufen, bevor es vergriffen ist: Helmut Schmidt - meine 100 besten Pastarezepte für den Winter.

Freitag, 4. November 2011

Musik am Freitag

Leider ist die Tante gerade verhindert, weil sie beschäftigt ist, ihre finanziellen Verhältnisse zu klären. Das gestaltet sich schwieriger, als gedacht, denn zwar sind die nötigen Sachen schon zurecht gelegt ... nur leider weiß niemand mehr, wohin die Sachen zurecht gelegt wurden. Darum außer der Reihe ganz unoriginell der Ohrwurm, der sie gerade beglückt:
Wäre die Tante jetzt bei der ZEIT angestellt, könnte sie Helmut Schmidt befragen, wie das denn damals war mit diesem Konzert und was wir von trommelnden Sängerinnen zu halten haben. So müssen wir uns alleine eine Meinung bilden und sie gut finden. Ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 3. November 2011

Das Tier des Monats November:
Der Bochse

Der Bochse ist ein unheimlich großes Tier. Leider ist er schon ausgestorben. Er was so groß wie ein Diplodocus, also noch größer als der Onkel Markus.
Bochsen waren ungefähr so Ochsen, nur hatten sie so ganz lange Hörner, mit denen sie so boxen konnten. Darum hießen sie auch Bochsen.

Bochsen konnten auch Kaffernbüffels jagen. Aber die Bochsen waren ganz langsam. Dann sind die auf einen großen Laster gesprungen und damit den Kaffernbüffels hinterhergefahren. Und dann sind sie auf die Kaffernbüffels draufgesprungen und haben sie einfach kaputtgefressen.

Die Bochsen haben noch vor den Dinosauriern gelebt. Sie sind leider ausgestorben. Sie wurden alle totgeschossen, weil die Menschen Angst vor ihnen hatten.

Freitag, 28. Oktober 2011

Musik am Freitag: aGFE

Mit vielen schönen Variationen, die ich hier keine Lust habe auszubreiten. Eines der besten Lieder der Welt. Und echt auch das letzte Beispiel, das ich finden konnte, nachdem ich die Szenenmusik aus Victor Victoria nicht fand.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Gaddhafi

Untersuchungen, und Nachforschungen, wie das mit dem Tod war, werden da jetzt allenthalben gefordert. Aber macht es wirklich so viel aus, wie der Diktator umgekommen ist? Die Tante meint: nein.

Zwei Dinge sind auseinander zu halten:
  1. Die Rechte, die Muhammar al Gaddhafi als Mensch besaß.
  2. Die Auswirkungen des Umgangs mit ihm auf die Staatenbildung in Libyen.
(Übrigens heißt ist das "y" hinter dem "b", es hat also keine Notwendigkeit, das wie "Lübien" auszusprechen. Obendrein, da das "y" nur zeigen soll, dass man es nicht "Libihn" aussprechen möge. In ganz Arabien gibt es nämlich kein einziges "ü" - die haben alle die Türken.) (Daher ruhen zumindest zum Teil die Spannungen zwischen der Türkei und dem Rest der muslimischen Welt.)
  1. Menschenrechte (hier auf Nix-angetan-werden und faires Gerichtsverfahren) stehen, so wird behauptet, jedem zu, und deswegen auch Großbösewichten. Gerade am Umgang mit Großbösewichten könne man dann die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte beweisen.

    Problem ist: Rechte (und auch nix anderes) lassen sich nicht allgemeingültig beweisen (warum, würde jetzt zu weit führen). Man kann sie nur anerkennen und nach ihnen handeln.

    Nun hat der ewige Revolutionsführer aber gerade nicht danach gehandelt, sie (und Menschen) mit Füßen getreten.

    Daher sagt die Tante: Wer die Rechte anderer nicht achtet, der hat auch selber keine verdient, und ist damit vogelfrei.

    Gut, das macht die Menschenrechte nun vielleicht ein wenig angreifbarer ("Ihr handelt ja selbst nicht danach!") - aber in diesem speziellen Fall kann man wirklich kaum argumentieren.
  2. Zumal alle "fairen Gerichtsverfahren" ja genauso wenig Vertrauen bei der unterlegenen Seite hervorrufen, und als Siegerjustiz abgetan werden können. Da ist ein rascher Absch(l)uss allemal besser, nachdem das Land weitermachen kann, ohne Verhandlung, deren Ausgang von vorne herein fest steht, und das Land lähmt.

    Natürlich muss das jetzt untersucht werden, und es muss heißen: "Hätte nicht geschehen dürfen, ganz schlimm, leider können wir nicht mehr rausfinden, was passiert ist, kommt nicht wieder vor! Versprochen."
Aber so viele Menschen sind wahllos abgeknallt worden in diesem Krieg, da ist es schwer zu rechtfertigen, warum ausgerechnet für den Großmoff eine Ausnahme gemacht werden soll.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Embryonale Stammzellenbogen

Man hat doch nicht zwei Abschlüsse in Philosophie, um bei so einer Gerichtsentscheidung über Patente auf befruchtete menschliche Eizellen einfach mal nix zu sagen, nein nein. Darum einfach mal unsortiert:
  • Natürlich werden durch diese Entscheidung eventuell einige Leute früher sterben, die sonst vielleicht ein wenig länger leben könnten. Das ist Mist.
  • Aber andererseits müssen wir und auch ganz allgemein die Frage stellen, in welcher Welt wir leben wollen.
  • Und einsehen, dass wir alle irgendwann sterben und es auch darum gehen muss, das Leben davor gut zu machen.
  • Die Forscher sind natürlich jetzt alle schwer besorgt und malen schlimmste Szenarien an die Wand. Natürlich, schließlich sind ja auch ihre Arbeitsplätze in Gefahr. Naja, nicht direkt in Gefahr, aber lukrative Drittmittelprojekte können jetzt vielleicht nicht in Europa durchgeführt werden, und die Forscher könnten umziehen müssen.
  • Denn den Forschern kann es nicht darum gehen, möglichst viele Leben zu retten - wenn sie daran interessiert wären, könnten sie sich viel besser an anderer Stelle einsetzen und dort mehr Menschenleben retten. Zum Beispiel in Somalia, im Tschad, in Pakistan oder in Haiti. Das Problem ist nur, dass diese Menschenleben nicht krankenversichert sind und ihre Rettung nicht von der Industrie gefördert wird.
  • Und dann ist es eben fragwürdig, ob man wirklich in einer Welt leben will, in der Leben nur schützenswert ist, wenn man damit Geld verdienen kann.

Freitag, 14. Oktober 2011

Musik am Freitag: aGFE


Auch hier wieder eigentlich ein Quintfall (gna gna), nur ein d-Moll anstelle des B-Durs, aber so unterschiedlich sind die ja auch wieder nicht. Also in der Strophe quasi die gleichen Akkorde wie "I Will Survive".

Unter uns

Heute wird das neue Museum der Bundeswehr eingeweiht, das Daniel Libeskind umgebaut hat. In den alten Bau hat er einen riesigen Keil aus Glas und Marmor getrieben, der die Zerrissenheit ... also ehrlich, Herr Libeskind, mal unter uns: Können Sie auch noch was anderes?


Freitag, 7. Oktober 2011

Musik am Freitag: aGFE

Fast sind wir schon am Ende, und außerdem ist die erste Woche Ferien vorbei. Gestern hat die Tante den ganzen Tag darauf verwendet, die Kinder zu deren Großeltern zu bringen (und eben im Schuhgeschäft festgestellt, dass sie immer noch die verkotzte Hose trägt). Darum hat sie nun sturmfrei und ist bereit, die Welt zu erobern:

(a) (G) First, we take (F)Manhattan, (E) then we take Berlin.

Zählt schon fast nicht mehr, aber andere Beispiele gibt's auch nicht mehr. Und jetzt erstmal ein Käffchen.

Und 3 Wochen zu spät fiel der Tante heute ein, welche Nachricht wirklich schmerzlich gefehlt hat beim Papstbesuch: "Papst eröffnet Herrenbutike in Wuppertal". Das hätte der Kirche doch glatt ein paar mehr Anhänger gebracht.

Freitag, 30. September 2011

Musik am Freitag: aGFE


Das Schöne mit Akkordfolgen ist, dass sie noch gar nicht mal so viel über das Lied aussagen, dem sie zugrunde liegen. Der Großteil der Lieder mit aGFE ist ja eher melancholisch, aber fetzig geht eben auch.

Dieser Discoschinken aus Übersee braucht zwar für einen Akkordwechsel so lange wie Ray Charles für die gesamte Folge, ist dafür aber nicht weniger treibend.

Interessant (nun ja ...) ist hier die Variation: das Schema hier ist nämlich
a d
G C
F B
E E
Kurz gesagt, es folgt fast jedem Akkord der Akkord eine Quart über ihm.
Das wär's im Groben. Denken Sie mal darüber nach.

Donnerstag, 29. September 2011

Der Papst, der Papst, der Papst ist da!

Das Religionsoberhaupt kommt auf ein Tässchen Kaffee Hag vorbei.

Der Papst, der Papst, der Papst ist da!
Er bringt uns Demut, hei hussassa!
Lässt die Kritiker schreiben,
Abgeordnete fernbleiben!
Heissa hussassa,der Papst ist da!

Ist er jetzt ja nicht mehr, aber ändern tut er seine Meinung trotzdem nicht. Hat er ja schon die letzten 70 Jahre nicht. Trotzdem warten viele ja noch sehnsüchtig darauf, dass er spontan irgendwas anderes zu Zölibat, Frauenpriestertum oder Kommunion für Wiederverheiratete sagt. ("Huch, ich bin ja jetzt in Freiburg, da fällt mir spontan ein, dass das mit der gemeinsamen Eucharistie doch 'ne feine Sache sein könnt!")

Irgendwie süß.

Sonntag, 25. September 2011

Wia im richtigen Leben


Sie: Mama, ich will ein schickes Kleid anziehen!
Die Tante: Ja, klar, mach.
Er: Du sollst mich auch anziehen.
Die Tante: Ja? Was willst du denn anziehen?
Sie: Das soll auch schick sein. Am besten eine schwarze Hose und ein schwarzes Hemd, dass das wie ein Anzug aussieht.
Die Tante: Kuck mal, hier, die Hose ist schick.
Er: Ich will die Fußballhose anziehen. Die ist auch schwarz, und mit der kann man heiraten und Fußball spielen.
[Die Tante zieht ihm eine dunkle Sporthose und ein kariertes (Ober)Hemd an. Derweil aus dem Hintergrund:]
Sie: Eins sag ich dir aber gleich, wenn man heiratet, spielt man nicht Fußball.
[Sie heiraten - siehe Foto. Danach gibt es etwas Zoff um die Fußball-Frage, salomonisch dadurch gelöst, dass er spielt und sie zuschaut.]
Sie: So, jetzt kann ich aber nicht mehr zukucken. Ich muss jetzt mal was anzuziehen kaufen für unser Kind.
Er: Welches Kind?!?
Sie: Siehst du nicht, dass ich schon dicker geworden bin? Ich bekomme ein Baby.
Er: Ein Mädchen oder ein Junge?
Sie: Das weiß ich noch nicht.
Er: Du musst sagen "Mädchen".

Mittwoch, 14. September 2011

Suche Band Saarbrücken

singe, spiele gitarre, bass, klavier

Wozu hat man schließlich ein Blog? Damit man sich für die Suche nach Musikern nicht bei irgendwelchen Foren anmelden muss, wenn man nach Jahren der Elternzeit genug hat von Rolfs Vogelhochzeit.

Wie es sich für einen ordentlichen Zweifler gehört, bin ich natürlich noch skeptisch betreffs dieses Aushangs, weiß aber nicht, wie ich ihn besser machen könnte. Vielleicht sollte ich so ein lustiges Strichmännchen reinmachen?

Montag, 12. September 2011

Der Himmel über New York

Himmel ohne World Trade Center:
Sieht nicht direkt hässlich aus.
Mehrere Dinge hat mal wieder keiner gesagt:
  1. Niemand hätte damit gerechnet, dass die Flugzeuge die Türme zum Einsturz bringen.  
  2. Dass sie aber eingestürzt sind, hat die Wahrnehmung der tatsächlichen Bedrohung durch Al Qaida extrem verändert. Al Qaida verdankt seine Medienpräsenz also zu einem großen Teil auch dem Unwillen, sich an Sicherheitsvorschriften zu halten.
  3. Wobei der Unwillen, sich an Sicherheitsvorschriften zu halten, dem gleichen westlichen Unverletzlichkeitsglauben entspringt wie die unverhältnismäßige Erschütterung über die Anschläge.
  4. Meine Güte. Im Rest der Welt sterben täglich zehntausende zu Gunsten unseres Lebensstils. Und wenn in den Gebäuden Handelsfirmen saßen, kann man nicht so recht behaupten, es habe Unschuldige getroffen - im Gegenteil. Es hätte jeden von uns treffen können und es hätte die Richtigen getroffen.

Freitag, 9. September 2011

Musik am Freitag: aFGE

In diesem Falle: |: a / G / F / E G  :| (im letzten Takt der Kadenz geht es mit dem G wieder nach oben). Im Refrain dann unbesonderes |: C G F G :|.

Hier kann man schön hören, dass die Folge einfach nach unendlichem Wiederholen schreit:


Ein schönes Wochenende euch allen. (Bei genauerem Hinsehen hat Mr. Young doch bemerkenwserte Ähnlichkeiten mit einem Höhlentroll. Das ist mir vorher so nie aufgefallen.)

Mittwoch, 7. September 2011

Das hier wird gerne genommen (3)

Wir erinnern uns wieder: Kai ist immer noch doof, aber er hat einen guten Berufsrat. Der noch namenlose Erzähler wittert seine Chance, lässt sich von einem alten Studienkollegen einführen und rennt gleich am nächsten Montag zum Amt, wo er erst mal warten muss. Da trifft er eine junge Frau mit Haaren, die unten einfach so abgeschnitten sind. Die sagt jetzt:

„Neu hier?“


„Ja, du auch?“


„Nee, ich mach das schon seit fast 4 Jahren. Ich bin Svenja.“ Sie streckte mir ihre Hand hin.

„Warum fragst du mich dann, ob ich neu hier bin? Du müsstest du mich dann doch schon einmal gesehen haben, wenn ich nicht neu hier wäre.“ Tss. Frauen und Logik. „Ich bin Andy.“

Irgendetwas schien sie zu irritieren. Naja, egal, dranbleiben. „Und für welchen Anbieter arbeitest du?“ „Ich mach nur noch Privatkunden – ich hab bei Genion angefangen, dann war ich bei Mannesmann. Dann hab ich mich selbstständig gemacht und im Moment habe ich einen exklusiven Deal mit der CDU.“
Von links nach rechts: Buche, Buche, Buche, Buche, Buche,
Buche, Buche, Buche, Buche, Buche, Buche, Buche, Buche,
Buche, Buche, Buche, Linde, Buche, Buche, Buche, Buche.
„Ach was. Für die CDU hab ich bis letzte Woche auch noch gejobbt. Warum braucht denn die CDU eine eigene SMS-Wiederauffinderin?“

Sie gab mir ihre Karte: „Senior Short Message Recuperation Engineer. Die texten recht viel, und dann geht halt schon mal was verloren. Und durchaus mensajes mit sensiblen Daten oder zeitkritischen Inhalten.“ Sie sah sich um verschwörerisch um und beugte sich dann etwas näher zu mir herüber: „Letzte Woche musste ich innerhalb einer Stunde eine Message finden, in der die Meinung der CDU zum EU-Beitritt der Türkei stand.“ Sie lachte. „Ohne mich wüssten die jetzt nicht, ob sie dafür oder dagegen sind!“

„Aber die SMS hat doch wer geschrieben, der oder die wird das doch wissen!“

„'Die'!“ Sie lächelte über meine Naivität (machte mich das süß?). „No sir, eben nicht. Das ist sofort raus aus der short term memory.“
Ich versuchte, gleichzeitig zu lachen und beeindruckt zu wirken. Ich denke, es ist mir recht gut gelungen.

„Und deswegen bleibt dir keine Zeit mehr für dein Hispanistikstudium?“
„Jaaa ... aber das war eh nicht das richtige für mich. Portugal ist viel spannender. Aber ich hab keine Lust, deswegen noch mal von vorne anzufangen. Noch dazu, wenn es im job so gut läuft.“

In diesem Moment ging die Tür zum Archiv auf und wir standen auf, um mit der Arbeit zu beginnen. Sie machte sich mit einem hüftschwingenden „See ya!“ an die Zettelkästen, während ich mich erst mal bei der Aufsicht registrieren lassen musste.

Doch die Frau an der Aufsicht teilte mir mit, dass sie mich nicht registrieren könne: ich hatte keine Geburtsurkunde dabei. Also musste ich erst mal nach Hause, eine holen.

(weiter lesen)

Freitag, 2. September 2011

Musik am Freitag


Das Schöne an strengen Abfolgen ist, dass man sich nicht dran halten kann, wenn man will. Letzte Woche hat Paul Simon aus dem aFGE im Refrain ein aFGe (tonartmäßig völlig korrektes E Moll) in der Strophe gemacht, woraufhin der Refrain besser knallt.

Hier nun zwei weitere Varianten:
a/F/G/E a/F/G/Ea
in der Strophe: das letzte E wird von einem a gefolgt, um zu einem Ruhepunkt am Ende zu kommen.
C/F/G/E C/F/G/Ea
im Refrain: Das C-Dur sorgt dafür, dass der Refrain so schön strahlt und sich über die Strophe erhebt (ja, genau so, wie der Mann ganz links sich über seinen Nachbarn erhebt. Aber beide sind gut und brauchen einander. Mann, kann ich tolle Metaphern).

Donnerstag, 1. September 2011

Liebes Tagebuch!

Heute habe ich einmal "Ablage" gemacht. Es hat mir leider nicht so gefallen. Ich musste viele Papiere in Ordner stecken oder wegwerfen. Hoffentlich hab ich nicht die falschen weggeworfen!
Dabei habe ich auch die Anträge auf Wohnungsbauprämie für 2009 gesehen und gleich ausgefüllt. Ich glaube, diesmal habe ich wirklich verstanden, was man da machen muss!
Da war ich ein kleines bisschen stolz auf mich. Leider hab ich mich bei den Zahlen verschrieben, aber ich hoffe, die können das noch lesen.
Jetzt muss ich nur noch die Bankkarte finden. Aber ich wollte sie schon fast überall finden und weiß nicht, wo ich sie noch finden soll!
Bis bald, deine Tante Jensen

Montag, 29. August 2011

Das hier wird gerne genommen (2)

Wir erinnern uns: Kai ist doof. Seine Schwester verdient viel Geld mit der Verwaltung von SMS. Der namenlose Ich-Erzähler will auch absahnen und lässt sich von seinem alten Kumpel Bernhard in die Geheimnisse einweihen.

Zum Glück hatte Bernhard noch Essensvorräte und wir wärmten später mit Dosenravioli alte Zeiten aus der Fachschaft auf.

Ich suchte mir dann noch 20 Stück heraus, mit denen ich mal anfangen wollte. Der nächste Tag war ein Sonntag, so dass ich erst am übernächsten Tag mit der eigentlichen Arbeit beginnen konnte.

Eine Tomatenblüte.
Ein thematischer Zusammenhang mit dem Text konnte leider nicht hergestellt werden.

Ich stand früh auf, band mir meine Krawatte um und sorgte sogar dafür, dass ich keine Zahnpasta am Kragen hatte. Um kurz nach 9 war ich am Finanzamt. Es goss in Strömen. Vor dem Eingang war ein Pyramidenzelt aufgebaut, in dem eine 400 €-Kraft den Leuten erzählte, dass es nun keine Lohnsteuerkarten mehr gab. Der junge Mann sah nicht sehr zufrieden aus; zum gegebenen Zeitpunkt fragte auch niemand seine Dienstleistungen nach.

Ich schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. Ich weiß, wie gut das tut – als Student habe ich mal monatelang in der Fußgängerzone Zeitungsabonnements an Tierschutzvereine verkauft. Damals war ich für jedes Lächeln dankbar.

Drinnen in der Empfangshalle schnappte ich mir dann ein paar Formulare. Bernhard hatte mir genau erklärt, wie das geht. „Naja, issn Haufen Papierkram, weißdu? Du trägs die Nummern da unn da ein, den Text hier und sons noch alles, was du weißt.“

Ich war nicht der einzige. Auf den Wartestühlen waren schon 6 andere dabei, fleißig „Anträge auf Rückverfolgung einer telefondienstlichen Kurznachricht ('SMS')“ zu stellen oder „Erhebungsbögen zur Statusfeststellung telefondienstlicher Kurznachrichten ('SMS') nach §341 FmGB“ auszufüllen. Ich setzte mich neben eine Frau ungefähr Mitte 30, Typ „Immer-noch-Hispanistikstudentin mit Haaren, die unten einfach so abgeschnitten sind“.

Anscheinend hatte jeder ein anderes System, um die SMS-Nachrichten zu organisieren: Die einen hatten sie in Leitz-Ordnern abgeheftet, einer anscheinend im Laptop abgespeichert. Einer hatte DIN A4-Bögen vollgeschrieben, die er in einer Alditüte aufhob. Bernhards hölzerner Karteikartenkasten, den er bei der Auflösung der Institutsbibliothek abgegriffen hatte, war zwar eher unpraktisch, sicherte mir aber auf jeden Fall einen der vorderen Plätze in der Rubrik „Schickheit“.

Das schien auch die eigentlich nicht vollkommen unhübsche Immer-noch-Hispanistikstudentin neben mir zu finden, die mich freundlich-unsicher anlächelte. Da ging was!

(Wirklich? Lesen Sie mehr!)

Freitag, 26. August 2011

Musik am Freitag

In der Hoffnung, endlich mal eine Serie einzuhalten, hier ein weiteres Lied mit meiner Lieblingsakkordfolge aFGE:


Nur hier in schlechterer Qualität und ohne schwarze Backgroundsängerinnen, was das Ganze etwas verleidet. Man kann es aber auch mit weißen Foregroundsängerinnen haben, wer das mag.

Hier kommen noch ein paar andre Akkorde vor, aber im Refrain stimmt's dann.

Ansonsten hab ich die Woche in einen Film reingekuckt, in dem Leute zum Erdmittelpunkt fahren. Sehr interessant. Nur einmal war's unrealistisch: Da haben sie behauptet, die USA hätten einfach so mal 50 Milliarden Dollar flüssig. Tss, das glaubt doch kein Mensch.

Mittwoch, 24. August 2011

Freitag, 19. August 2011

Musik am Freitag

Dann und wann fragen die Kinder. Sie fragen fast immer dasselbe, und zum Zwecke der Allgemeinen ("inlichting", wie der Niederländer so schön sagt, aber weder Erläuterung noch Erklärung trifft es genau) hat die Tante das mal statistisch erfasst:
  1. Darf ich was Süßes essen? (34 %)
  2. Warum? (32 %)
  3. Liest du mir was vor? (12 %)
  4. Warum muss ich schon ins Bett, wenn es draußen noch hell ist? (10 %)
  5. Was ist deine Lieblingsfarbe? (7 %)
Die Antworten, für die weiterhin nach Erleuchtung und Erheiterung strebende Leserschaft, lauten "Mhm, nagut", "Das kommt daher, dass ...(aber hier hört niemand mehr zu, das Elt redet aber trotzdem weiter, weil es sich freut, eine schöne Erklärung gefunden zu haben)", "Ja", "Das hat nix miteinander zu tun, auch wenn ich im Winter das Gegenteil behaupte" und "ich hab keine".

Was die Tante aber hat, ist eine Lieblingsakkordfolge, oder besser gesagt, mehrere. Da fragt aber nie jemand nach. Aber dafür hat man ja ein Blog - um ungefragt Quatsch in die Welt zu tragen, der niemanden interessiert.

Fangen wir mal mit der exotischsten an: aGFE. Exotisch deswegen, weil es gar nicht mal so viele Lieder gibt, die es verwenden, obwohl sie wie von selbst rockt. Aber auch sehr leicht wiederzuerkennen. Es handelt sich um einen Abgang (immer der nächsttiefere Durakkord), der am Ende von dem E Dur gekrönt wird, dass da eigentlich nicht hingehört und darum so angenehm knistert. A onetwothreefour ...


Donnerstag, 18. August 2011

Gärtnern in Saarbrücken


Eigentlich sind ja gerade die Tomaten reif, aber die sind überhaupt nicht fotogen. Sie sind ja auch nicht fotogenmanipuliert. Dafür hier mal ein Zeugnis von den Pfirsichen, die leider am Baum verfaulten, bevor man sie essen konnte. Da half auch die Pastor Fliege Essenz nichts.

Überhaupt blüht alles wie bekloppt, aber für richtige Früchte ist es meist zu heiß. Und dann steht die Tante auf dem Balkon und gießt und gießt, während sich drinnen die Wäsche stapelt.

Um das Gefühl zu bekommen, etwas wichtiges getan zu haben, dann erstmal die Digitalfotos sortiert. Das macht aber auch nicht glücklich. Und die Haare sehen aus wie Sau. "Quoi faire, coiffeur?" Ich probier es jetzt mal mit Haarwachs. Soll auch gut gegen Schildläuse sein.

Und Hartmut Mehdorn wird Chef von Air Berlin. Der 69jährige hat ja auch in seiner langjährigen Tätigkeit für die Deutsche Bahn Großartiges für den Luftverkehr in Deutschland geleistet.

Mittwoch, 3. August 2011

So fing das an


Ich traf Kai auf so einer Veranstaltung mit Stehtischen und Anzügen. Ich arbeitete zu der Zeit noch als Jasager für eine der beiden großen Volksparteien. In meinem Vertrag steht, dass ich nicht sagen darf, für welche, aber in Veranstaltungen traten häufig ältere Damen in Kostümen auf.

Kai und ich waren zusammen in der Schule gewesen und hatten uns danach schnell aus den Augen verloren – keiner konnte so genau sagen, warum. Er fing dann gleich an, von sich und seinen Erfolgen zu reden. Es war nicht so, dass er ein Angeber war – er war nur ganz einfach der Meinung, dass seine Beiträge zur Verschönerung dieser Welt und seines Lebenslaufs von bevorzugtem Interesse für die Allgemeinheit waren. Vielleicht teilte ja auch irgendjemand diese Meinung. Zwischendurch erzählte er auch einmal, um die Themenvielfalt etwas aufzulockern, von seiner Schwester.

Sie hatte sich, genau wie ich, nach dem Studium von Zeitvertrag zu Zeitvertrag gehangelt, und keiner von denen hatte so richtig etwas mit ihrer Ausbildung zu tun gehabt. Auch ihr aktueller Job bot keinerlei Aussicht auf dauerhafte Lebensplanung, doch sie war zumindest mit dem Gehalt zufrieden. Sie arbeitete in Kalifornien als SMS-Verwalterin und verdiente damit rund 20 Millionen im Jahr. Ich glaube, Dollar. Das überraschte mich – ich hätte nicht gedacht, dass man damit mehr als 12 Millionen Dollar verdienen könnte. Kai jedoch versicherte mir, dass es so sei; sie seien damals auch alle sehr verblüfft gewesen. Ich versicherte ihm, dass ich auch schwer verblüfft sei und musste dann auch schnell zum Büffet.

Noch ein Bild, für alle, die nicht so gerne nur Text im Internet haben. Das Bild ist aus Berlin, weil Berlin ja cool ist.

Schon am nächsten Tag traf ich mich mit Bernhard. Bernhard war weit über 50, Typ „Harry Rowohlt ohne erfolgreiche Karriereplanung und ohne Alkohol“. Er jobbte auch bei einem Mobilfunkdienstleister, für den er in Heimarbeit verloren gegangene SMS wieder zuordnete. Er konnte gut noch jemanden gebrauchen, der ihm unter die Arme griff. Nur leider seien die Verdienstmöglichkeiten in Deutschland längst nicht so gut.

„Anderer technischer Standard, weißt du? IS-95, weißt du? Nutzen auf der ganzen Welt nur die, und dann wundern sie sich, dass man so viel Geld fürs Zuordnen ausgeben muss. Haben nach dem Krieg im Irak auch gleich versucht, es denen anzudrehen. Pfff. Und die haben da keine Meldepflicht, weißt du? Freiheit und so! Pfff. Nutzt mal wieder nur den Reichen, ist ja klar. Na, sieh's dir mal an.“

Er lagerte die Kurznachrichten in einem alten, ausgestöpselten Kühlschrank in seinem Schlafzimmer, der ansonsten nur gebraucht wurde, um das Bügelbrett daran anzulehnen. Wozu er ein Bügelbrett hatte, ließ sich aus seinem Erscheinungsbild nicht direkt ableiten. Die SMS waren auf Karteikarten ausgedruckt, die in Pappkartons steckten.

„Hab sie sortiert, weißt du? Nach Anfangsbuchstaben. Irgendwo muss man ja anfangen.“ Es wurde dann auch noch ein längerer Abend.

(zur Fortsetzung)

Montag, 1. August 2011

So geht's doch auch!

Nicht nur führt der Fußgängerübergang zum Strand - nein, auch der Ampeldrückknopf macht mehr Spaß. Seufz ...

Montag, 4. Juli 2011

Weitere Reisetipps

Es gibt noch so viele Gegenden von denen man nichts weiß. Zum Beispiel

Hinterarlberg. 
Also z.B. nach Schweißgut. Obwohl. Vielleicht doch eher nicht. Dann schon eher nach

Hinterpommern
Das gibt's auch echt. Wurde nur vom internationalen kommunistischen Finanzjudentums Russlands den Polen zugeschlagen. Heißt jetzt seltsamerweise größtenteils Westpommern, so dass wir weiterhin ein Ostpommern suchen können.
Vielleicht ist das ja in

Westpreußen
Das gab es auch mal, war nur leider nicht so hip wie sein Nachbar Ostpreußen. Lag dafür aber ziemlich im Osten Preußens. Wäre also eigentlich ein Westostpreußen.
Beides liegt an der Ostsee. Und aus Gründen der Geschlechtergleichheit geht es anschließend noch an

die Westsee. 
Die gibt es nun aber nur im Dänischen (vesterhavet: havet heißt Meer und was vester bedeutet ist die Hausaufgabe für Morgen). Ist aber schön da.

Freitag, 1. Juli 2011

Musik am Freitag

Eigentlich schrob ich gerade seit einer Stunde an was anderem, das ist aber noch längst nicht fertig. Daher heute nur folgende Frage:


Warum macht man so einen Test, ob so ein Bahnhofsneubau überhaupt sinnvoll ist, eigentlich erst, wenn das Ganze schon genehmigt ist und viele Millionen verbraten sind?

Würd ich nur gern wissen.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Deutschland, ein Winnermädchen

Die Tante hat mal wieder nachgedacht (lästige Angewohnheit, aber was soll man machen, wenn man den halben Tag vorm Schreibtisch sitzt) und hat herausgefunden, warum sich weniger Leute für die Frauen-WM als für die Herren-WM interessieren. Die Lösung ist erschreckend einfach.

Es liegt nicht daran, dass Frauen schlechter spielten als die Männer. Sie spielen sehr gut, die Tante hat sich bei vergangenen Männer-WMs deutlich schlechtere Spiele ansehen müssen, zumal von deutschen Rumpelfüßen.

Ein Fußballspiel ist nicht dann interessant, wenn guter Fußball gespielt wird. Es ist nur dann interessant, wenn es um etwas geht. Wenn durch medialen Druck und kollektive Hysterie plötzlich alle vergessen, dass da 22 Menschen einem Ball hinterherlaufen. Das passiert bei eine Männer-WM. Bei den Frauen passiert das (vielleicht noch) nicht.

So sieht der also aus: WM-Pokal der Frauen
Es liegt also gar nicht daran, dass es Frauen sind. Die U21-WM der Männer kuckt ja auch niemand. Es ist halt einfach nicht die WM.

Freitag, 17. Juni 2011

Musik am Freitag

Da will man nur schnell ein Lied einbinden und findet furchtbar interessante Informationen. Toll, dieses Internet.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Musik am Freitag

(Leise gesprochen, wie der Kommentar in so einem Tierfilm, in dem minutenlang sieht, wie die Reporter das Zelt aufbauen und tarnen): 
Der Sprachwandel ist ein scheuer Geselle und zeigt sich nur selten in freier Wildbahn. Man muss schon viel Glück haben, um Hinweise auf einen lebenden Sprachwandel zu erwischen. Umso erfreuliche und stolzer sind wir, hier und heute einen zeigen zu können.

Aus der beliebten Serie Grammatische und logische Fehler in Liedern heute ein englischer Fehler, der interessanterweise nur Muttersprachlern unterläuft - eben darum, weil es wahrscheinlich in ... naja, man weiß es eben nicht wieviel ... Jahren kein Fehler mehr sein wird.

Das genervte Publikum: Ja, was denn jetzt?
Die Tante Jensen: Me zu sagen, wenn es I heißen müsste.
Das genervte Publikum: Und warum?
Die Tante Jensen: Wahrscheinlich, weil I so klein und unscheinbar ist, dass es durch ein me ersetzt / verstärkt werden muss, damit auch klar ist, dass wirklich ich gemeint bin: Me, I don't understand it.

Richtig oft taucht der Fehler in komplexen Satzteilen auf, wenn es eigentlich you and I heißen müsste.


Eine tolle Pointe wäre, wenn ausgerechnet Alice Cooper es richtig machen würde, aber leider macht er es auch falsch. Wäre wohl besser noch ein bisschen länger zur Schule gegangen:


Dabei ist es gar nicht schwer: I verhält sich (im Unterschied zum richtigen Leben) genau so, wie wenn you nicht dabei wäre. Wenn das Paar also ein Objekt ist, ist you and me also richtig:


Wir merken uns also:
You and I were eating pie,
and there was tea for you and me.

Natürlich gibt's auch Leute, die das richtig machen. Aber zum Beispiel die Scorpions (das sind ja aber auch eben keine Muttersprachler). Grusel, Grusel!

Reisetipps

Die Urlaubszeit naht, und manche sind sogar schon weg. Manch andere überlegt sich aber noch, wo man denn überhaupt noch Urlaub machen könnte, wo es denn noch sicher ist, wo es denn noch was neues zu entdecken gäbe bei all dem internationalen Makackentum heutzutage. Tante Jensen hilft da gerne in einer lockeren Reihe von Reisehinweisen (Empfehlungen wäre ein zu starkes Wort - was weiß den ich, wie es da aussieht?). Heute:

Ostfalen

Die Einwohner Ostwestfalens gefallen sich gerne in der Sonderrolle einer lustig-surrealen Landschaftsbeschreibung - das liegt wohl daran, dass sie sonst so wenig zu lachen haben. Dabei ist die Landschaftsbeschreibung keineswegs unsinnig, wenn man weiß, dass es neben Westfalen auch Ostfalen gibt, bzw. gab bzw. wieder gibt.

Allerdings gab es nie ein Falen, der Suffix bezeichnete ... ach, lest euch den Quatsch doch selber durch. Freuen würde die Tante sich auf jeden Fall, wenn man in Hildesheim und Detmold sich entschließen könnte, bei der EU Fördergelder für die Kulturregion Ostwestfalen-Westostfalen zu beantragen. Zumindest bei der Projektvorstellung wären wir gern dabei.

Freitag, 10. Juni 2011

Du musst die Töpfe auch von außen spülen, Heribert!

Die Tante denkt häufiger an Bekannte, und auch oft aus den richtigen Gründen. Wenn sie auch kein äußerst sentimentaler Mensch ist, der sich stundenlang beim Abspülen Gedanken darüber macht, wie es denn jetz Klaus mit seinem schlimmen Bein geht. Wenn sie sowas wissen will, ruft sie direkt bei Klaus an.

Das skeptische Publikum: Aha!? Und warum ruft die Tante nie bei mir an?
Die Tante Jensen: Zugegeben, meistens hat sie nur vor, bei Klaus anzurufen kommt aber nicht dazu.
Das immer noch skeptische Publikum: Hmm.

Das alles heißt aber nicht, dass die Tante nie an Freunde, Verwandte, Bekannte oder auch Leute dächte, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Und manchmal unweigerlich, aber aus den ganz falschen Gründen. Darum hier, in keiner besonderen Reihenfolge:

Leute, an die ich unweigerlich aus vollkommen blöden Gründen denke, und die vollkommen blöden Gründe dafür

  • Timo, wenn ich irgendwen mit Haaren sehe, die einfach so abgeschnitten  sind.
  • Timos mir unbekannten Bekannten für die WG-Ermahnung: "Du musst die Töpfe auch von außen spülen, Heribert!" wenn ich Töpfe von außen spüle.
  • Juliane, weil sie das manchmal auch nicht machte.
  • Nil, wenn ich einen Strichpunkt setze, weil ich das ganz selten mache und sie meinte, sie mache das immer.
  • Immanuel, wenn ich die Mokkakanne vom Herd nehme, wenn sie faucht, weil er mir das damals so erklärt hat.
  • Marion, wenn ich ein belegtes Brötchen mit Butter kaufe oder sehe, weil sie sich mal drüber aufregte.
  • Meine ehemaligen Mitbewohner namens Peters (nicht verwandt und nicht verschwägert), wenn Wetten, dass ..? kommt, weil sie beide die Angewohnheit hatten, sich die Sendung anzusehen, um sich über Thomas Gottschalk aufregen zu können, Claas sprach vom "Wetten-dass-Hass".
  • Meinen Obermieter Dessen-Name-ich-schon-vergessen-habe, wenn irgendwas mit Capoeira ist, weil der Capoeira machte.
  • Meinen Großonkel Bulgarien, wenn es um anspruchsvolle und engagierte Filme geht, weil er mal sagte: "Ich geh nicht ins Kino, um mir die Probleme anderer Leute anzukucken." Was ich mit den Jahren immer mehr unterstützen kann.
Die Liste ließe sich noch prima verlängern, aber natürlich fallen mir die Leute jetzt nicht ein, sondern erst dann, wenn ich an sie denke. Und da wir gerade sentimental werden, noch ein Lied.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Bundeswehr wieder attraktiver: Deutsche Soldaten gefallen!

Hab ich das schon mal irgendwo gelesen, oder ist mir das selber eingefallen? Hrmm.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Was ich gerne von dir wüsste

Ich weiß nicht, ob Ihr alle Moritz von Uslars „99 Fragen an“-Interviews kennt. Mich nerven die brutal; der Typ ist meiner Meinung nach eine aufgeblasene Flachpfeife. Oder von mir aus ist auch nur sein literarisches Ich eine aufgeblasene Flachpfeife (kleine Reminiszenz an die literaturwissenschaftlich Gebildeten unter der verehrten Leserschaft).

Jedenfalls musste ich kürzlich mal wieder so ein Interview lesen, weil ich nur das Zeit-Magazin als Zahnputz-Lektüre verfügbar hatte und alles andere im Heft schon gelesen hatte. Und da kamen mir ein paar Fragen in den Sinn, die ich gerne stellen würde, wenn auch natürlich nur ausgesuchten Menschen. Von manchen anderen möchte ich eigentlich viel weniger wissen, als sie mir auch ungefragt mitteilen.

Ich schrub also eine Liste auf eine leere Klopapier-Rolle und erklärte mich am darauf folgenden Tag der Tante Jensen. Die Tante, alte Musikerin, die sie ist, sprach: „Was ist eigentlich dein Lieblingstier, und gehen gehen wir lieber zu dir oder zu mir? - klingt wie'n super Songtext!“

Danke, liebe Tante, liebe Tante, danke! Denn am Abend darauf floss es nur so aus der Feder, übrigens wieder beim Zähneputzen und darum auf echtes Papier. [Es ist einfach unglaublich, Bob, und ich habe sogar noch drei Kilo abgenommen dabei!] Voilà:

Was ich gerne von dir wüsste

Was ich gerne von dir wüsste:
Was fänd' ich bei Dir, wenn ich mal müsste,
rumliegen zum Lesen?
Oder stehn da nur Besen?
Was hältst du auf Vorrat, bei dir im Schrank?
Hast du eisern Erspartes, oder bist du oft blank?
Gibt es Nummern, die du auswendig weißt, trotz Handy und so?
Oder liest du etwa nicht auf dem Klo?
Hörst du Stones oder Beatles? Spielst du Poker oder Mau-Mau?
Und guckst du eher „heute“ oder eher die „Tagesschau“?
Was kauftest du dir als erste CD?
Wo tust du dir am häufigsten weh?
Magst du Kinder? Was ist dein Lieblingstier?
Und: Geh'n wir heut abend zu mir oder zu dir?!?

Mittwoch, 1. Juni 2011

Musik am Mittwoch



Damals haben die Leute sich noch was getraut. Krasser Auftritt. Ach so, ist ja schon Juni. Na dann.



Und falls sich das noch jemand gefragt hat: Den EHEC-Ausbruch gibt es nur in Deutschland, andere Länder führen aber auch spanische Gurken ein. Die Tante würde mal tippen, dass es eine kleine kontaminierte Charge gab und sich der Erreger nun nur noch von Mensch zu Mensch verbreitet (und nicht mehr von Gurke zu Mensch). Das alles klärt aber nicht die über allem stehende Frage: Wozu isst überhaupt wer Gurken? Schmeckt doch nicht, so was.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Im Radio

Wer noch nie fürs Radio interviewt wurde, will sicher wissen, wie das ist. Folgende Bemerkungen kann ich als alte Häsin nun machen:
  • Radioreporterin eignet sich als Beruf wunderbar für Menschen, die Reporterin sein möchten, und aber auch viele Tätowierungen und Piercings gut finden. Die sieht man dann im Radio nicht. (Würde wahrscheinlich in der Zeitung auch gehen, obwohl, da gibt es ja auch Fotos. Da kriegt man aber viel weniger Geld).
  • Die Ausrüstung ist erstaunlich klein, ungefähr wie eine Fernbedienung. Es gibt aber keine Halterungen für Fahrräder.
  • Die Interviewten kriegen das Gerät an den unpassendsten Stellen unter die Nase gehalten, weil das authentisch klingt. Das führt bisweilen dazu, dass die Tante eher verwundert ist, dass sie nicht nur einen 40-kg-Sack in das Auto wuchten soll, sondern auch noch darüber reden. In anderen Momenten hätte sie eher was Schlaueres gesagt.
  • Wenn man sehr nett ist, schleppt die Radioreporterin auch noch die Blumenerde mit ins Haus. Aber auch nur, wenn sie auch sehr nett ist.

Freitag, 20. Mai 2011

Musik am Freitag

Hat eigentlich jemand gesagt, dass es immer Pop sein müsse? Nein. Also hier, Beethoven, 7. Symphonie, 2. Satz, dirigiert/getanzt vom großen Carlos Kleiber.



Ansonsten ist ja demnächst ARD-Themenwoche "Der mobile Mensch", und weil sie niemand anderen gefunden haben, wurden wir interviewt und kommen jeden Tag auf SR1, insgesamt 8'45" Minuten! Wir schlafen nämlich nicht nur getrennt und haben Kinder aber keine Ziehharmonika, nein wir haben auch kein Auto! Das ist im Saarland schon eine Sensation und so kriegen wir eine eigene Sendereihe.

Und was darf man jetzt? Man darf gespannt sein.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Bundesverteidigungsminister de Maizière gibt erste Sparvorschläge bekannt

Auf einer Presse­konferenz hat Bundes­verteidig­ungs­minister de Maizière heute Morgen erste Spar­maß­nahmen erläutert, mit denen die Spar­vor­gaben des Finanz­minis­ter­iums erfüllt werden sollen. Bis 2014 soll der Etat des Bundes­vertei­digungs­ministeriums demzufolge um 8,3 Milli­arden € schrumpfen.

Als erste Maß­nahme nun beschlossen, die Bundeswehr zum nächsten Jahr offiziell in Bundeswer umzubenennen. "Durch die Streich­ung des für die Aussprache unbedeutenden Dehnungs-Hs wollen wir zeigen, dass wir unnötigen Ballast abwerfen und uns als moderne Armee modernen Aufgaben anpassen", so de Maizière.

"Damit demonstrieren wir Weltoffenheit und Effizienz: der Name wird für die Menschen, zu denen wir auf unseren Auslandseinsätzen kommen, einfacher auszusprechen und zu schreiben sein, und er ist auch um volle 10% schneller geschrieben. Zusätzlich sinken dadurch die Kosten für Druck und Transport von Schriftstücken, denn es wird weniger Tinte verbraucht und die Briefe werden leichter. Das ist nicht zuletzt ein Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt, dem sich diese Bundesregierung nachhaltig verpflichtet sieht. Wir können dadurch noch in diesem Jahrhundert bis zu 19 Kilogramm CO2 einsparen."

Berechnungen zufolge belaufen sich die Einsparungen auf bis zu 162 € in den kommenden vier Jahren. "Damit ist die gesamte Sparsumme von über 8.300.000.000 € noch nicht erreicht, aber ein wichtiger Anfang ist gemacht", so de Maizière weiter.

Als weiterer Schritt ist geplant, in der Pförtnerloge des Ministerium nicht wie bisher Jacob's Krönung, sondern nur noch ein Produkt eines Billiganbieters zu verwenden. "Das sollte auch noch einmal 20 € pro Jahr bringen. Diese Maßnahme wird so rasch wie möglich eingesetzt, damit der Spareffekt möglichst früh eintritt. Wir werden bereits diesen Freitag einkaufen gehen und die ersten Anbieter testen."

Politiker der Oppositionsparteien zeigten sich zufrieden mit den Vorschlägen. "Endlich ein Verteidigungsminister, der die Dinge anpackt", so Gregor Gysi von der Linkspartei. Auch der SPD-Vorsitzende Gunter Gabriel drückte Wohlwollen aus. "Der neue Name hat den Vorteil, dass er die Kernthemen der deutschen Streitkräfte in diesem Jahrzehnt zum Ausdruck bringt: Sie sind zum ersten viel zu schlecht ausgerüstet, um Deutschland gegen irgendwas zu wehren. Und zum zweiten haben wir alle keine Ahnung, wer den ganzen Scheiß eigentlich machen soll."

Als nächster Schritt zur Sanierung des Verteidigungshaushalt ist de Maizière zufolge geplant, überschüssige Lagerbestände zu verkaufen. "Wir haben momentan noch 350 Kilogramm Haargel vorrätig, die sich im letzten Jahr angehäuft haben. Die wollen wir zügig loswerden."

Mittwoch, 18. Mai 2011

Kaputt war das hier

Und dann die Tante auch. Dabei war sie endlich mal vorbereitet. Und dazwischen ist sie nicht zum Bloggen gekommen aus Gründen, die Euch nichts angehen.



Jetzt werdet Ihr wieder fragen: "Julio Iglesias? Was soll der denn hier?" Wobei allerdings Ihr genau das noch nie gefragt habt, insofern bin ich ja wieder fein raus. Gleichwohl hat dieses Video seine Berechtigung, und zwar aus mehreren Gründen.
  1. nämlich hat der Julio auch mal beim Grand Prix mitgemacht, als der noch so hieß und man sich über die komischen Ausländer kaputtlachen konnte. Allerdings nicht mit diesem Liedl und hat auch nicht gewonnen. Schönerweise hat aber 
  2. 8 Jahre später mit genau diesem Lied den Grand Prix gewonnen, naja, nicht mit genau diesem Lied, nur dem Mittelteil (ab 2.59 min), der dann als Refrain weiterverwendet wurde.
  3. ist aber auch dieses Lied sehr interessant, wo wir schon bei den Ausländern, die noch richtige Ausländer waren, sind. Kein deutscher Interpret nämlich hätte diesen Text singen können, richtig ausgesprochen reimt sich Erde nicht auf werden. Aber - in den Worten einer spanischen Austauschstudentin, deren Namen ich leider vergessen habe, die aber Maria hieß - in "Eßpanien die Eßprachkurse sind Eßeiße" und darum darf der Julio das.Außerdem hat er doch so schöne Zähne.

Keinen Ausländerbonus hingegen bekam dieses Jahr Name-vergessen-endete-auf-ia für ihr Lied I Love Belarus:

I love Belarus, got it deep inside
I love Belarus, feel it in my mind
And I wanna see the sun shining from above
And I'm gonna every day give you all my love.

Das hat leider mit korrekter Satzstellung nichts zu tun. Zwischen gonna und dem Vollverb darf nichts stehen. Noch nicht mal - auch wenn's schwer fällt - Alexander Lukaschenko.
(Den ganzen Text in all seiner Gruseligkeit gibt's bei diggiloo.net. Feel it in my mind? Hat da jemand auch nur für 5 Sekunden nachgedacht? Ich kenne einige Bewusstseinsphilosophen, die bei solchen Konstrukten aber seeehr böse werden. Wenn auch nicht so böse wie, nur mal so als Beispiel, Alexander Lukaschenko.)

Ansonsten fand ich dieses Jahr Moldawien gut, und Ungarn auch. Und es ist schade, dass Jedward beim Verkauf ausgedienter Bühnenkostüme von Starlight Express nicht auch noch zwei Paar Rollschuhe gefunden haben. Dann hätten sie nicht so hektisch rumrennen müssen.

Dienstag, 17. Mai 2011

Werbung bizarr

Heute auf dem Bus gesehen:

Es lebe der Friedhof!

[Als altmodische Tante hab ich ja kein Fotohandy....]

Freitag, 6. Mai 2011

Musik am Freitag



Weddings Parties Anything waren eine australische Band, die dem Vernehmen nach die Lieblingsband von Bono waren. Wahrscheinlich haben sie sich deswegen getrennt. Sie haben auch noch nie beim Grand Prix mitgemacht, was wohl ein gutes Zeichen ist. In diesem Lied von der Scheibe Difficult Loves geht es um für das Eheleben ungünstige Arbeitszeiten. Irgendjemand muss auch über sowas singen. Father's Day von der selben Platte handelt von Besuchsrechten getrennt lebender Väter.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Neulich ...

... hatten wir wieder eine schöne Erziehungsdiskussion. Die Tochter wollte wissen, was denn diese Kommunion sei, und die Mutter erklärte ihr das mit dem "Leib, der für euch hingegeben ward". Meinte dann allerdings, dass diese Katholiken nicht wirklich glaubten, das Jesus von Nazareth zu verspeisen. Eben hier setzte die Diskussion ein, weil der Wahrheit verpflichtet erklärte ich der Tochter, dass diese Katholiken viel Wert darauf legten, dass es genau so sei. Die Antwort der Mutter bestand in wildem Kopfschütteln und feurigen Blicken.

Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass man den Kindern den Glauben schön biegen sollte, sondern knallhart bei der schonungslosen Wahrheit bleiben muss: Katholiken sind Menschenfresser. Und Protestanten sind Vampire. Bei den Katholen sind nur die Priester Vampire - Jesu Blut ist ja nix für das Fußvolk (bzw. doch) (Kurze Antwort: Wein ist teuer und sorgte dafür, dass der Pöbel in die Kirche kam, um gratis saufen zu können).

Bei den Lutherschen wiederum ist es auch nicht so, dass das alles symbolisch verstanden wäre - nur sind dort Leib und Blut in Brot und Wein existent, während sich bei den Katholiken das Brot in den Leib (und der Wein in das Blut) verwandelt. Das muss man seiner Tochter aber nicht unbedingt zum Schlafengehen erzählen.

Die andere liturgische Wahrheit ist, dass der letzte Papst (also der letzte katholische Papst, nicht der letzte koptische) nicht erst seit Sonntag selig ist, sondern natürlich schon viel länger. Sein Nachfolger hat nur bestimmt, dass die Amtskirche denkt, dass er es ist. Leider sind solch diffizile Gedankengänge nicht in die Berichterstattung, die ich verfolgt habe, eingedrungen.

Um als seliger anerkannt zu werden, muss man übrigens Märtyrer oder besonders tugendhaft sein. Besonders tugendhaft war Osama bin Laden mit neun Frauen nun ja nicht, das sind schließlich fünf zu viel. Ob er es als Märtyrer schafft, ist von hier aus schlecht zu beurteilen.

Interessanter als die Sache mit den 70 Jungfrauen (bzw. 70 Weintrauben, die es einer modernen, textkritischen Lesart nach sind) (wo kriegt man schließlich so schnell 70 tote Jungfrauen her?) (denn tot müssen sie ja wohl sein, sonst wären sie ja nicht im Paradies) (und wenn Sie im Paradies sind, dann ja bestimmt nicht, weil sie sich als zügellose Boxenluder hervorgetan haben) (es sind ja auch noch Jungfrauen) ist aber die Frage, warum sich die Terroristen immer so blöde Ziele aussuchen? Bahnhöfe, Moscheen, Weihnachtsmärkte - das ist alles dem Ansehen in der Welt nur wenig förderlich. Würden die hingegen ein Londoner Pub voller Investmentbanker  die Luft sprengen, stünden sie in den Augen einiger plötzlich als vernünftige und maßvoll handelnde Zeitgenossen dar. Aber Leute, die mit Bomben um sich schmeißen, zeigen durch die Auswahl ihrer Ziele meist, dass sie keine Ahnung davon haben, was in der Welt so vor sich geht. Das gilt auch für Amerikaner und Briten.

A propos Briten: Da passiert übrigens heute mal was richtig historisches im Land, sie können nämlich ihr massiv unfaires Wahlrecht ändern. Allem Anschein nach lassen sie sich die Möglichkeit entgehen.

Montag, 2. Mai 2011

Lehren

Mehrere Lehren gibt es aus dem Wochenende zu ziehen. Zunächst mal die Tatsache, dass das Jahr noch gar nicht soweit fortgeschritten ist, wie die Tante dachte und der Grand Prix erst noch kommt. Also auch noch Zeit ist, die Kopfhaut zu bleichen.

Auch, dass Meister werden sich laut Herrn Klopp sich eher erleichtert, nicht so euphorisch anfühlt; schon geil, aber eben nicht so, wie gedacht. Das hätten wir ihm auch vorher sagen können. Das gleiche gilt nämlich auch für Schulabschlüsse (eher erleichternd), erste Küsse (eher feucht), Geburten (eher schmerzhaft) und die angeblich schönsten Tag im Leben einer Frau, die Hochzeit. Speziell mit der Hochzeit ist es ja so, dass man alle wichtigen einschneidenden Male schon erlebt hat - den ersten Kuss, den erten Geschlechtsverkehr, das erste Mal sich gegenseitig eingewachsene Haare aus den Beinen knibbeln. Das alles sind bedeutende Erlebnisse.

Und hinzu kommt (und hätte Kloppo seinen Aristoteles gelesen, denn wüsste er das), dass Glück nur aus eigenem Tun erwächst und nicht durch die Bestätigung der anderen - also kann ein schöner, erfolgreicher Spielzug durchaus glücklich machen, die Meisterschale aber nicht so sehr (schon auch, ja, aber nicht so lange). Auf ihre Bildungsabschlüsse schaut die Tante lange nicht so freudig zurück wie auf dieses eine Volleytor aus vollem Lauf. Ohne zu kucken. Mit links! Zack, über den Torwart drüber.

Ach ja, und Herr Bin Laden ist tot. Das ist, egal, was jetzt alle behaupten, für den Gang der Weltgeschichte vollkommen unbedeutend. Ein letztes Mal können wir aber darauf hinweisen, dass es Gerüchte gibt, er habe gemeinsame Sache mit Bert aus der Sesamstraße gemacht.

Freitag, 29. April 2011

Im Tuntenhimmel ...

schweben wohl derzeit wohl alle, die, äh auf königliche Hochzeiten und den Grand Prix stehen. Die beiden wichtigsten Ereignisse des Jahres an einem Wochenende! Und die Tante hat sich noch nicht die Ohrläppchen gewachst! Die Tante ist aber auch mal wieder krank. Darum hier nur schnell zwei Lieder, je einen Ohrwurm zum Thema "Heiraten und englische Könige" und "Junge Sängerin gewinnt Grand Prix und nimmt sich dabei nicht ernst":





Eigentlich Verschwendung, ein Ohrwurm hätt ja gereicht für's Wochenende. Aber wenn schon mal endlich was los ist...

Dienstag, 19. April 2011

Gebildbrote sprachen mit dem toten Papst

Es ist Osterzeit, und da kriegt man ja wieder allerhand zu hören. Zum Beispiel, dass Jesus einem Jünger auftrug: Geh mal in das nächste Dorf, da steht ein Esel, auf dem noch niemand geritten ist und hol mir den, auf dem reit ich dann in die Stadt ein. Also Tote-aufwecken und Über-Wasser-gehen sind ja schon ganz schön abgespacet, aber das ist wirklich total verrückt.

Des weiteren kann man in Zeitungen, deren Redaktionen noch ein paar Stellen zu füllen hatten, was über Gebildbrote (also Backwaren, die einen konkreten bildnerischen Aufwand erfüllen, mithin etwas darstellen) lesen, die besonders zu Ostern beliebt seien. Zu diesen zähle auch die Brezel. Die stelle nämlich betende Kinderhände dar.

Isses Quatsch. Betende Hände sehen so aus:

Sähen betende Kinderhände so aus wie eine Brezel, müssten Kinder aber jeden Tag drei Mal den Heiligen Gerebernus anrufen mit der Bitte, ihre Unterarme wieder zu entknoten. In Wahrheit ist die Brezel eine hervorragende handwerkliche Lösung einer ökonomischen und statischen Aufgabenstellung:

Entwickle ein Backwerk, dass 
  1. möglichst viel Oberfläche hat,
  2. möglichst dünn ist, 
  3. dabei aber möglichst wenig Raum einnimmt,
  4. vor und nach der Herstellung möglichst formstabil bleibt und
  5. in möglichst wenig Arbeitsschritten hergestellt werden kann.
Das alles leistet die Brezel mit Bravour und genau darum ist sie auch noch immer so beliebt, beliebter sicherlich als das Beten, auch wenn das ja doch gar nicht weh tut.



Sie entsteht aus einem einzigen Teigstrang, es muss kaum was abgemessen oder geschnitten werden. Die Brezel ist fast gleichmäßig dünn, was eine gute Ofenauslastung zur Folge hat und auch dafür sorgt, dass sie fast gleichmäßig gar ist. Zusätzlich wird dadurch, dass es dicke und dünne Stellen gibt, jeder Geschmack befriedigt.
Ein 14cm x 14 cm großes Testobjekt wäre (war) ausgerollt 65 cm lang, also komplett unhandlich. Durch die drei Kontaktstellen ist die Brezel äußerst stabil, auch wenn man was abgebissen hat (das hebt sie gegen Teigkreise oder Schlangenformen heraus).

Und man kann sagen, wenn man sie stolz erfunden hat und die Kleriker anfangen zu maulen, dass das bestimmt nicht gottgewollt sei, weil davon ja nichts in der Bibel stehe, dass sie aussehe wie zwei betende Kinderhände. Wer glaubt, dass Eselbesitzer fröhlich ihre Esel hergeben wenn jemand kommt und sagt, es sei für den Messias, der glaubt auch, dass so betende Kinderhände aussehen.

Freitag, 15. April 2011

Musik am Freitag



In den nächsten Tagen starte ich eine Petition, Lauren Bacall in diesen Song aufzunehmen. Das ist längst überfällig.

Oh, und Schnupfen zu verbieten. Das ist auch überfällig.

Freitag, 8. April 2011

Musik am Freitag

Nun ist es Frühling, die Zeit in der die Sommerhits vorbereitet werden. Zeit, sich schon mal zu fürchten. Wer mal auf Mallorca Macarena tanzen musste, weiß, wovon die Tante spricht ("Ayyy!").

Eigentlich wollte die Tante sich ja hochkulturell geben, weil sie Morgen in die Oper geht. Aber das muss warten.



Schnell noch die Vokabeln, wir sind ja nicht zum Spass hier:
wet git: schlapper Widerling, also sowas wie Schwuchtel oder Bettnässer
nauseate: anwidern, ankotzen
Arapaho: nordamerikanisches Ureinwohnervolk
gran: die Omi
disembowel: ausweiden

Vielleicht braucht man's ja mal. Schönes Wochenende.

Musik am Freitag

Nun ist es Frühling, die Zeit in der die Sommerhits vorbereitet werden. Zeit, sich schon mal zu fürchten. Wer mal auf Mallorca Macarena tanzen musste, weiß, wovon die Tante spricht ("Ayyy!".

Eigentlich wollte die Tante sich ja hochkulturell geben, weil sie Morgen in die Oper geht. Aber das muss warten.



Schnell noch die Vokabeln, wir sind ja nicht zum Spass hier:
wet git: schlapper Widerling, also sowas wie Schwuchtel oder Bettnässer
nauseate: anwidern, ankotzen
Arapaho: nordamerikanisches Ureinwohnervolk
gran: die Omi
disembowel: ausweiden

Vielleicht braucht man's ja mal. Schönes Wochenende.

Mittwoch, 6. April 2011

Ein Fremder

Die meisten Menschen in seiner Welt sind doppelt so groß wie er, und fast alles ist nur auf sie eingerichtet. Er kommt nur an wenige Sachen selbst heran, und muss für das meiste fragen. Er kann auch de meisten Dinge nicht selber öffnen, selber tragen oder selber benutzen. Das muss immer jemand anders für ihn machen. Und oft geben sie ihm das, was er am dringendsten haben möchte, nicht.

Er versteht auch wenig von dieser Welt. Er versteht die Sprache zu großen Teilen nicht, und die Menschen um ihn herum verstehen auch ihn oft nicht. Er versteht nicht, wie die meisten Dinge funktionieren, wozu man sie braucht, dass man sie braucht. Und wenn er mal denkt, dass er etwas verstanden hätte, wird ihm oft gesagt, dass er es nicht verstanden hat und alles ganz anders ist.

Er ist auf die anderen Menschen angewiesen – ohne sie würde er sterben. Sie müssen ihm zu Essen und zu Trinken geben. Das versteht er auch, und es macht ihm Angst. Sie könnten ihn verletzen oder töten, wenn sie wollten. Das versteht er auch, und es macht ihm Angst. Sie müssen aufpassen, dass er sich nicht verletzt, dass er nicht krank wird. Das versteht er nicht, und es macht ihn wütend. Wenn er endlich etwas kann, wird es ihm oft verboten. Weil es zu gefährlich sei. Dabei können die anderen doch alles. Dann können sie doch auch dafür sorgen, dass es nicht gefährlich ist. Doch das machen sie nicht. Er denkt, sie wollen das nicht.

Dafür wollen sie ständig irgendwas anderes von ihm. Er soll schlafen, wenn er spielen möchte. Er soll aufstehen, wenn er im Bett liegen möchte. Er soll irgendwo hin gehen, wenn er bleiben möchte. Er soll wildfremde Menschen, die viel größer und stärker sind als er, ohne weiteres vertrauen. Er soll Essen, wenn er keinen Hunger hat. Er soll still sein, wenn er Singen möchte. Er soll lieb sein. Er soll nicht stören.

Kein Wunder, dass er sich manchmal schreiend auf den Boden schmeißt und alle schlagen, beißen und treten will. Das ging mir wohl auch so, wenn ich erst drei Jahre alt wäre.

Freitag, 1. April 2011

Musik am Freitag

Trost lässt sich in vielem finden. Die Tante findet Trost darin, dass die F.A.Z. es sich nicht nehmen lässt, bildungsbürgerlich nicht von Fukushima I zu sprechen, sondern von Fukushima Daiichi. Es ist eben doch irgendwie erhebend, wenn Japaner in korrektem Japanisch verstrahlt werden.

Andere finden Trost darin, dass der gute Gott das ja alles irgendwie gewollt und geplant hat und das so muss. So z. B. Bob Marley, Gott hab ihn selig.

Have no fear for atomic energy
'cause none of them can stop the time



Naja. Die Argumentation steht dann doch auf etwas wackeligen Füßen, aber sicher ergibt das alles einen Sinn, wenn man erstmal zwei Tüten geraucht hat. Dann ergibt ja eigentlich alles einen Sinn. Zufälligerweise ist dieses Lied auf einer der anderen ersten CDs, die die Tante sich kuf.

Damit wär dann auch der Kreis geschlossen, der Beitrag beendet und die Tante kann daran gehen, den Haustürschlüssel zu suchen und aufzuräumen.

Freitag, 25. März 2011

Mr. Blue Sky


Die Tante muss wohl 15 oder 16 gewesen sein, als sie sich ihre ersten CDs kaufte. Vorher hatte sie schon eigene Tonträger besessen, allerdings Kassetten und Schallplatten, und irgendwie ging die Kulturtechnik des Musikkaufens erst mit den CDs los. Dafür musste man extra in die nächste Großstadt fahren, was nicht so furchtbar oft geschah, und in den großen Läden die Regale abwandern. Endlose Regale voller CD-Hüllen, hinter denen sich - so zumindest die Erwartung - die Aufregung und Spannung der großen weiten Welt verbargen, wenn man nur die richtigen Scheiben erwischte. InWahrheit waren sie da nicht - was sicher da war, war die gedruckte Belehrung darüber, wie toll CDs sind und dass sie ganz anders sind als Schallplatten.

Inzwischen sind die meisten CDs, die in dem Alter erworben wurden, längst in den Kisten verstaubt, weil sich irgendwie die Erwartungen nicht erfüllten. Das geht wohl vielen so - einige Hoffnungsfrohe erwarten aber noch weiter und kaufen immer noch fleißig CDs und durchstöbern die Läden.

Weil aber diese Zeit ausgerechnet in den Vorfrühling fiel - jene Wochen, in denen man zwar noch Mantel trägt, den aber ab mittags offen lässt und die Luft zwar warm ist, aber noch nicht erfüllt von Blumendüften oder Blätterrauschen, sondern noch wintertrocken staubt, und weil es auch in dem Lebensjahr der Tante die Aufregung des Erwachsenwerdens aufbrach, kommen ihr zu dieser Zeit des Jahres immer wieder von selbst die ersten Lieder der Doppel-CD Best of Electric Light Orchestra in den Sinn.

Wen sie könnte, hätte die Tante sich was anderes ausgesucht, um die Erinnerung an Jugend, Heimlich-Schwärmen und Freiwillig-Waldlauf-machen-weil-man-da-in-Ruhe-quatschen-kann zu beschwören. Aber so funktioniert das ja nicht.

Gut zu wissen, dass andere diese Musik auch noch gut finden.

Mittwoch, 23. März 2011

Finde den Experten: Orthopäden

Neulich war die Tante mal wieder beim Orthopäden.

Das interessierte Publikum: Ach, warum denn?
Die Tante Jensen: Hmm. Einerseits waren es sicher die Schmerzen in den Knien und die kaputten Einlagen. Andererseits war es aber sicher das unbändige Verlangen, mal wieder gründlich arrogant abgekanzelt zu werden.
Das besorgte Publikum: War's so schlimm?
Die Tante Jensen: Ach, das übliche eben. Er hat die alten Einlagen mit herausfordernder Miene und ohne Erklärung in den Müll geschmissen, kaum was untersucht und schon alles gewusst und großspurig erklärt, dass die anderen Orthopäden alle keine Ahnung hätten.
Das nachdenkliche Publikum: Komisch, das sagt meiner auch immer.
Die Tante Jensen: Ebent. Und dann hat sich die Tante folgendes gedacht. Nein, erst hat sie sich gedemütigt gefüllt und war sehr verwirrt. Aber dann hat sie sich folgendes gedacht: Vielleicht stimmt das ja. Vielleicht haben die alle ja wirklich keine Ahnung. Darum verschreibt einem jeder was anderes und nix hilft so richtig, kostet aber. Und weil sie keine Ahnung haben, sind Orthopäden dann frustriert und unfreundlich.
Das belesene Publikum: Das ist ja eine orthopädische Variante des Kreter-Paradoxons: Der Kreter sagt: Alle Kreter lügen. Und jeder Orthopäde sagt: Alle anderen Orthopäden lügen.
Die Tante Jensen: Fein beobachtet. Vielleicht ist es aber auch was anderes. Vielleicht lügen sie nicht in dem Punkt, dass alle keine Ahnung hätten. Vielleicht lügen sie nur an der Stelle, an der sie behaupten, dass sie die Topchecker seien und hier die tolle Behandlung hätten. Und die tolle Untersuchungsmethode verschreiben an dem superduper Gerät, das aber noch abbezahlt werden muss.
Das mitdenkende Publikum: Sie meinen, eigentlich müssten die sagen: Tut mir Leid, ich weiß auch nicht, wie Ihnen zu helfen ist, aber ich habe ein superduper Untersuchungsgerät, unter das ich Sie jetzt schieben werde, und damit verdiene ich viel Geld. Dann verschreib ich Ihnen irgendwas, was nicht so richtig hilft, damit Sie schön oft wiederkommen und ich weiterhin an Ihnen verdiene.
Die Tante Jensen: Vermutlich.
Das ratlose Publikum: Aber was kann man dann machen? Vielleicht hilft ja Krankengymnastik, aber die kann man sich ja nicht selbst verschreiben.
Die Tante Jensen: Nein, aber zumindest selbst kaufen. Kostet zwar, dafür wird man nicht arrogant behandelt. Und hilft.
Das hilfsbereite Publikum: Oder man macht gleich Sport. Gymnastik. Oder Yoga. Oder Schwimmen. Oder Pilati-Borggreve.
Die Tante Jensen: Nein, das war die Geliebte von Rudi Scharping.
Das korrigierte Publikum: Ach so. Vielleicht hat das gemeinsame Baden mit Frau Pilati-Borggreve Herrn Scharping aber bei seinen Rückenbeschwerden geholfen.
Die Tante Jensen: Das wünschen wir ihm von Herzen.
Das ratgebende Publikum: Oder Radfahren. Das macht der Scharping ja auch.
Die Tante Jensen: Das ist wohl eher so für die Knie.
Das nachfragende Publikum: Und was macht die Tante jetzt?
Die Tante Jensen: Jiu-Jitsu.
Das gehörig beeindruckte Publikum: Uiiii.
Die Tante Jensen: Naja. Zumindest hat es alle erwünschten Effekte, die Einlagen nie gehabt hätten. Macht aber keinen Spaß.
Das aufmerksame Publikum: Im Gegensatz zum Baden mit Frau Pilati-Borggreve.
Die Tante Jensen: Genau. So schließt sich der Kreis.

Montag, 21. März 2011

Deutschland sucht den Superstar

So ein Quatsch eigentlich - wenn es ein Star wäre, müsste man ihn ja nicht erst suchen. Es sei denn, er hat sich wie weiland Paul MacCartney mit falschem Bart und vorgehaltener Zeitung vor den weiblichen Fans versteckt. Das ist das erste Mal, dass ich "weiland" schreibe, ich bin mir noch unsicher. So in leicht ironischer Form ist das gerechtfertigt, dünkt mich. (Das Rechtschreibprogramm kennt Paul MacCartney nicht. Wohl vom Mond, oder was?)



Mehrere Dinge sind es, die ich an den Castingshows pervers finde:
  1. Die Leute in der Jury haben wenig Ahnung und sind vor allen Dingen dadurch bekannt, dass sie bei Castingshows in der Jury sitzen. Nicht dafür, dass sie Superstars sind.
  2. Es geht nie eigentlich darum, dass da wer gefunden wird. Es geht nur darum, dass Diedä wen zum Runtermachen hat, auf das er zeigen kann, was fürn geiler Maggä er ist. (Das haben einige von den Kindern und Jugendlichen gemerkt und gehen da gar nicht erst hin, sondern gingen zu Herrn Raab.)
  3. Den hoffnungsvollen Künstlern wird vorgehalten, sie könnten erfolgreich werden, wenn sie nur genug an sich arbeiteten und genau die Vorgaben erfüllten, die die Jury ihnen macht.
    Aber genau das stimmt ja nicht - so bekommt man nur Retortenprodukte, die niemand gut findet. Nur eine einzige Sorte Menschen findet Retortensänger gut: Menschen, die so unanständig und sich nicht zu schade sind, in einer Castingshowjury zu sitzen.
    Alle anderen mögen Künstler mit verwechselbaren Eigenschaften. Und es sitzen schon deswegen keine erfolgreichen deutschen Musiker in diesen Juries, weil die noch einen Funken Anstand im Leib haben, Ahnung vom Thema haben und selber nicht anständig singen können, das aber sehr erfolgreich.
Liste von Sängern, die bei DSDS rausgeflogen wären:
  • Herbert Grönemeyer
  • Udo Lindenberg
  • Peter Maffay
  • Neil Young
  • Bob Dylan
  • Tom Waits
Jede Kunst ist etwas total Subjektives (wenngleich durch (soso, MacCartney nicht kennen, aber "wenngleich") kulturell Geformtes. Von allen erfolgreichen Künstlern gibt es die Geschichten, wie sie zunächst irgendwo abgelehnt wurden (nur bei Picasso hab ich so was noch nicht gelesen). Es gibt kein Kriterium außer "Das gefällt mir".

Die Tante hatte diesen Beitrag schon bei der letzten Staffel von DSDS geschrieben, aber unsäglicher Weise geht das ja immer weiter. Und weil die Tante gerade selber am Bewerben ist, scheint das ganz gut zu passen.