Donnerstag, 26. Mai 2011

Im Radio

Wer noch nie fürs Radio interviewt wurde, will sicher wissen, wie das ist. Folgende Bemerkungen kann ich als alte Häsin nun machen:
  • Radioreporterin eignet sich als Beruf wunderbar für Menschen, die Reporterin sein möchten, und aber auch viele Tätowierungen und Piercings gut finden. Die sieht man dann im Radio nicht. (Würde wahrscheinlich in der Zeitung auch gehen, obwohl, da gibt es ja auch Fotos. Da kriegt man aber viel weniger Geld).
  • Die Ausrüstung ist erstaunlich klein, ungefähr wie eine Fernbedienung. Es gibt aber keine Halterungen für Fahrräder.
  • Die Interviewten kriegen das Gerät an den unpassendsten Stellen unter die Nase gehalten, weil das authentisch klingt. Das führt bisweilen dazu, dass die Tante eher verwundert ist, dass sie nicht nur einen 40-kg-Sack in das Auto wuchten soll, sondern auch noch darüber reden. In anderen Momenten hätte sie eher was Schlaueres gesagt.
  • Wenn man sehr nett ist, schleppt die Radioreporterin auch noch die Blumenerde mit ins Haus. Aber auch nur, wenn sie auch sehr nett ist.

Freitag, 20. Mai 2011

Musik am Freitag

Hat eigentlich jemand gesagt, dass es immer Pop sein müsse? Nein. Also hier, Beethoven, 7. Symphonie, 2. Satz, dirigiert/getanzt vom großen Carlos Kleiber.



Ansonsten ist ja demnächst ARD-Themenwoche "Der mobile Mensch", und weil sie niemand anderen gefunden haben, wurden wir interviewt und kommen jeden Tag auf SR1, insgesamt 8'45" Minuten! Wir schlafen nämlich nicht nur getrennt und haben Kinder aber keine Ziehharmonika, nein wir haben auch kein Auto! Das ist im Saarland schon eine Sensation und so kriegen wir eine eigene Sendereihe.

Und was darf man jetzt? Man darf gespannt sein.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Bundesverteidigungsminister de Maizière gibt erste Sparvorschläge bekannt

Auf einer Presse­konferenz hat Bundes­verteidig­ungs­minister de Maizière heute Morgen erste Spar­maß­nahmen erläutert, mit denen die Spar­vor­gaben des Finanz­minis­ter­iums erfüllt werden sollen. Bis 2014 soll der Etat des Bundes­vertei­digungs­ministeriums demzufolge um 8,3 Milli­arden € schrumpfen.

Als erste Maß­nahme nun beschlossen, die Bundeswehr zum nächsten Jahr offiziell in Bundeswer umzubenennen. "Durch die Streich­ung des für die Aussprache unbedeutenden Dehnungs-Hs wollen wir zeigen, dass wir unnötigen Ballast abwerfen und uns als moderne Armee modernen Aufgaben anpassen", so de Maizière.

"Damit demonstrieren wir Weltoffenheit und Effizienz: der Name wird für die Menschen, zu denen wir auf unseren Auslandseinsätzen kommen, einfacher auszusprechen und zu schreiben sein, und er ist auch um volle 10% schneller geschrieben. Zusätzlich sinken dadurch die Kosten für Druck und Transport von Schriftstücken, denn es wird weniger Tinte verbraucht und die Briefe werden leichter. Das ist nicht zuletzt ein Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt, dem sich diese Bundesregierung nachhaltig verpflichtet sieht. Wir können dadurch noch in diesem Jahrhundert bis zu 19 Kilogramm CO2 einsparen."

Berechnungen zufolge belaufen sich die Einsparungen auf bis zu 162 € in den kommenden vier Jahren. "Damit ist die gesamte Sparsumme von über 8.300.000.000 € noch nicht erreicht, aber ein wichtiger Anfang ist gemacht", so de Maizière weiter.

Als weiterer Schritt ist geplant, in der Pförtnerloge des Ministerium nicht wie bisher Jacob's Krönung, sondern nur noch ein Produkt eines Billiganbieters zu verwenden. "Das sollte auch noch einmal 20 € pro Jahr bringen. Diese Maßnahme wird so rasch wie möglich eingesetzt, damit der Spareffekt möglichst früh eintritt. Wir werden bereits diesen Freitag einkaufen gehen und die ersten Anbieter testen."

Politiker der Oppositionsparteien zeigten sich zufrieden mit den Vorschlägen. "Endlich ein Verteidigungsminister, der die Dinge anpackt", so Gregor Gysi von der Linkspartei. Auch der SPD-Vorsitzende Gunter Gabriel drückte Wohlwollen aus. "Der neue Name hat den Vorteil, dass er die Kernthemen der deutschen Streitkräfte in diesem Jahrzehnt zum Ausdruck bringt: Sie sind zum ersten viel zu schlecht ausgerüstet, um Deutschland gegen irgendwas zu wehren. Und zum zweiten haben wir alle keine Ahnung, wer den ganzen Scheiß eigentlich machen soll."

Als nächster Schritt zur Sanierung des Verteidigungshaushalt ist de Maizière zufolge geplant, überschüssige Lagerbestände zu verkaufen. "Wir haben momentan noch 350 Kilogramm Haargel vorrätig, die sich im letzten Jahr angehäuft haben. Die wollen wir zügig loswerden."

Mittwoch, 18. Mai 2011

Kaputt war das hier

Und dann die Tante auch. Dabei war sie endlich mal vorbereitet. Und dazwischen ist sie nicht zum Bloggen gekommen aus Gründen, die Euch nichts angehen.



Jetzt werdet Ihr wieder fragen: "Julio Iglesias? Was soll der denn hier?" Wobei allerdings Ihr genau das noch nie gefragt habt, insofern bin ich ja wieder fein raus. Gleichwohl hat dieses Video seine Berechtigung, und zwar aus mehreren Gründen.
  1. nämlich hat der Julio auch mal beim Grand Prix mitgemacht, als der noch so hieß und man sich über die komischen Ausländer kaputtlachen konnte. Allerdings nicht mit diesem Liedl und hat auch nicht gewonnen. Schönerweise hat aber 
  2. 8 Jahre später mit genau diesem Lied den Grand Prix gewonnen, naja, nicht mit genau diesem Lied, nur dem Mittelteil (ab 2.59 min), der dann als Refrain weiterverwendet wurde.
  3. ist aber auch dieses Lied sehr interessant, wo wir schon bei den Ausländern, die noch richtige Ausländer waren, sind. Kein deutscher Interpret nämlich hätte diesen Text singen können, richtig ausgesprochen reimt sich Erde nicht auf werden. Aber - in den Worten einer spanischen Austauschstudentin, deren Namen ich leider vergessen habe, die aber Maria hieß - in "Eßpanien die Eßprachkurse sind Eßeiße" und darum darf der Julio das.Außerdem hat er doch so schöne Zähne.

Keinen Ausländerbonus hingegen bekam dieses Jahr Name-vergessen-endete-auf-ia für ihr Lied I Love Belarus:

I love Belarus, got it deep inside
I love Belarus, feel it in my mind
And I wanna see the sun shining from above
And I'm gonna every day give you all my love.

Das hat leider mit korrekter Satzstellung nichts zu tun. Zwischen gonna und dem Vollverb darf nichts stehen. Noch nicht mal - auch wenn's schwer fällt - Alexander Lukaschenko.
(Den ganzen Text in all seiner Gruseligkeit gibt's bei diggiloo.net. Feel it in my mind? Hat da jemand auch nur für 5 Sekunden nachgedacht? Ich kenne einige Bewusstseinsphilosophen, die bei solchen Konstrukten aber seeehr böse werden. Wenn auch nicht so böse wie, nur mal so als Beispiel, Alexander Lukaschenko.)

Ansonsten fand ich dieses Jahr Moldawien gut, und Ungarn auch. Und es ist schade, dass Jedward beim Verkauf ausgedienter Bühnenkostüme von Starlight Express nicht auch noch zwei Paar Rollschuhe gefunden haben. Dann hätten sie nicht so hektisch rumrennen müssen.

Dienstag, 17. Mai 2011

Werbung bizarr

Heute auf dem Bus gesehen:

Es lebe der Friedhof!

[Als altmodische Tante hab ich ja kein Fotohandy....]

Freitag, 6. Mai 2011

Musik am Freitag



Weddings Parties Anything waren eine australische Band, die dem Vernehmen nach die Lieblingsband von Bono waren. Wahrscheinlich haben sie sich deswegen getrennt. Sie haben auch noch nie beim Grand Prix mitgemacht, was wohl ein gutes Zeichen ist. In diesem Lied von der Scheibe Difficult Loves geht es um für das Eheleben ungünstige Arbeitszeiten. Irgendjemand muss auch über sowas singen. Father's Day von der selben Platte handelt von Besuchsrechten getrennt lebender Väter.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Neulich ...

... hatten wir wieder eine schöne Erziehungsdiskussion. Die Tochter wollte wissen, was denn diese Kommunion sei, und die Mutter erklärte ihr das mit dem "Leib, der für euch hingegeben ward". Meinte dann allerdings, dass diese Katholiken nicht wirklich glaubten, das Jesus von Nazareth zu verspeisen. Eben hier setzte die Diskussion ein, weil der Wahrheit verpflichtet erklärte ich der Tochter, dass diese Katholiken viel Wert darauf legten, dass es genau so sei. Die Antwort der Mutter bestand in wildem Kopfschütteln und feurigen Blicken.

Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass man den Kindern den Glauben schön biegen sollte, sondern knallhart bei der schonungslosen Wahrheit bleiben muss: Katholiken sind Menschenfresser. Und Protestanten sind Vampire. Bei den Katholen sind nur die Priester Vampire - Jesu Blut ist ja nix für das Fußvolk (bzw. doch) (Kurze Antwort: Wein ist teuer und sorgte dafür, dass der Pöbel in die Kirche kam, um gratis saufen zu können).

Bei den Lutherschen wiederum ist es auch nicht so, dass das alles symbolisch verstanden wäre - nur sind dort Leib und Blut in Brot und Wein existent, während sich bei den Katholiken das Brot in den Leib (und der Wein in das Blut) verwandelt. Das muss man seiner Tochter aber nicht unbedingt zum Schlafengehen erzählen.

Die andere liturgische Wahrheit ist, dass der letzte Papst (also der letzte katholische Papst, nicht der letzte koptische) nicht erst seit Sonntag selig ist, sondern natürlich schon viel länger. Sein Nachfolger hat nur bestimmt, dass die Amtskirche denkt, dass er es ist. Leider sind solch diffizile Gedankengänge nicht in die Berichterstattung, die ich verfolgt habe, eingedrungen.

Um als seliger anerkannt zu werden, muss man übrigens Märtyrer oder besonders tugendhaft sein. Besonders tugendhaft war Osama bin Laden mit neun Frauen nun ja nicht, das sind schließlich fünf zu viel. Ob er es als Märtyrer schafft, ist von hier aus schlecht zu beurteilen.

Interessanter als die Sache mit den 70 Jungfrauen (bzw. 70 Weintrauben, die es einer modernen, textkritischen Lesart nach sind) (wo kriegt man schließlich so schnell 70 tote Jungfrauen her?) (denn tot müssen sie ja wohl sein, sonst wären sie ja nicht im Paradies) (und wenn Sie im Paradies sind, dann ja bestimmt nicht, weil sie sich als zügellose Boxenluder hervorgetan haben) (es sind ja auch noch Jungfrauen) ist aber die Frage, warum sich die Terroristen immer so blöde Ziele aussuchen? Bahnhöfe, Moscheen, Weihnachtsmärkte - das ist alles dem Ansehen in der Welt nur wenig förderlich. Würden die hingegen ein Londoner Pub voller Investmentbanker  die Luft sprengen, stünden sie in den Augen einiger plötzlich als vernünftige und maßvoll handelnde Zeitgenossen dar. Aber Leute, die mit Bomben um sich schmeißen, zeigen durch die Auswahl ihrer Ziele meist, dass sie keine Ahnung davon haben, was in der Welt so vor sich geht. Das gilt auch für Amerikaner und Briten.

A propos Briten: Da passiert übrigens heute mal was richtig historisches im Land, sie können nämlich ihr massiv unfaires Wahlrecht ändern. Allem Anschein nach lassen sie sich die Möglichkeit entgehen.

Montag, 2. Mai 2011

Lehren

Mehrere Lehren gibt es aus dem Wochenende zu ziehen. Zunächst mal die Tatsache, dass das Jahr noch gar nicht soweit fortgeschritten ist, wie die Tante dachte und der Grand Prix erst noch kommt. Also auch noch Zeit ist, die Kopfhaut zu bleichen.

Auch, dass Meister werden sich laut Herrn Klopp sich eher erleichtert, nicht so euphorisch anfühlt; schon geil, aber eben nicht so, wie gedacht. Das hätten wir ihm auch vorher sagen können. Das gleiche gilt nämlich auch für Schulabschlüsse (eher erleichternd), erste Küsse (eher feucht), Geburten (eher schmerzhaft) und die angeblich schönsten Tag im Leben einer Frau, die Hochzeit. Speziell mit der Hochzeit ist es ja so, dass man alle wichtigen einschneidenden Male schon erlebt hat - den ersten Kuss, den erten Geschlechtsverkehr, das erste Mal sich gegenseitig eingewachsene Haare aus den Beinen knibbeln. Das alles sind bedeutende Erlebnisse.

Und hinzu kommt (und hätte Kloppo seinen Aristoteles gelesen, denn wüsste er das), dass Glück nur aus eigenem Tun erwächst und nicht durch die Bestätigung der anderen - also kann ein schöner, erfolgreicher Spielzug durchaus glücklich machen, die Meisterschale aber nicht so sehr (schon auch, ja, aber nicht so lange). Auf ihre Bildungsabschlüsse schaut die Tante lange nicht so freudig zurück wie auf dieses eine Volleytor aus vollem Lauf. Ohne zu kucken. Mit links! Zack, über den Torwart drüber.

Ach ja, und Herr Bin Laden ist tot. Das ist, egal, was jetzt alle behaupten, für den Gang der Weltgeschichte vollkommen unbedeutend. Ein letztes Mal können wir aber darauf hinweisen, dass es Gerüchte gibt, er habe gemeinsame Sache mit Bert aus der Sesamstraße gemacht.